Zwar lesen die Deutschen weiterhin Bücher, aber sie kaufen diese nicht mehr in den Läden. Bestellt wird im Internet. Deswegen reduzieren Weltbild und Hugendubel ihre stationären Flächen.

Wegen der steigenden Bedeutung des Onlinegeschäfts wollen die Buchhandelsketten Weltbild und Hugendubel ihre Verkaufsflächen verkleinern und weitere Standorte schließen. Wo es Schließungen geben werde, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Verlagsgruppe Weltbild am Dienstag in Augsburg. "Das Ganze ist ein Prozess." Sie gehe davon aus, dass der Umfang weiterer Schließungen "moderat" ausfallen werde. Weltbild erzielt eigenen Angaben zufolge rund 40 Prozent des Umsatzes über den Onlinehandel. Bereits 10 Prozent der Erlöse werden mit E-Books erzielt.

Weltbild-Chef Carel Halff sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Die Zeit der traditionellen Buchhandlung mit vielen zehntausend Titeln geht zu Ende. Diese Vielfalt kann das Internet besser." Vor allem in den kommenden drei Jahren werde es bei der gemeinsamen Holding von Weltbild und Hugendubel, DBH, weitere Verkleinerungen und Schließungen geben.

Mittelfristig droht Aus für die Hälfte der Standorte

Mittelfristig werde der gesamte deutsche Buchmarkt 50 Prozent der Verkaufsfläche und damit eine vergleichbare Zahl an Standorten stilllegen, prognostizierte Halff. Buchläden würden künftig nur noch eine Komplementärfunktion zum Onlinegeschäft haben.

Die DBH umfasst nach Weltbild-Angaben 420 Filialen, darunter auch rund 30 Buchhandlungen der Marke Jokers. Im Jahr 2007 seien es noch 520 Filialen gewesen, sagte die Sprecherin. Die Verlagsgruppe Weltbild/DBH beschäftigt rund 6.800 Mitarbeiter, etwa 2.300 davon in Augsburg.

Am Mittwoch (10. Oktober) wird in Frankfurt die Buchmesse eröffnet.