Die Weltbild-Gruppe konnte ihre Umsätze im vergangenen Jahr dank des Internethandel leicht ausbauen. Nur noch die Hälfte der Erlöse erzielt der Buchhändler in seinen 500 Filialen.

Die Buchhandelskette Weltbild hat vor allem dank stark wachsender Geschäfte im Internet ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 (30. Juni) leicht gesteigert. Der Umsatz habe mit 1,65 Milliarden Euro ein wenig über dem Wert des Vorjahres gelegen, teilte das Augsburger Unternehmen mit.

Zum Gewinn macht Weltbild traditionell keine Angaben. Das Unternehmen habe aber schwarze Zahlen geschrieben und das Ergebnis deutlich verbessern können, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.

Multichannel-Anbieter im Buchhandel

Nach einem Jahr großer Investitionen und Restrukturierungsmaßnahmen erzielt der Buch- und Medienhändler inzwischen 50 Prozent seiner Umsätze im Filialhandel, 30 Prozent im Internet und nur noch 20 Prozent im klassischen Versandhandel. Die Verlagsgruppe Weltbild ist mit einem flächendeckenden Netz von knapp 500 Filialen und einem starken Internetwachstum das führende Unternehmen im deutschsprachigen Buch- und Medienhandel.

Die Marktposition im Buchhandel konnte Weltbild erfolgreich weiter ausbauen. Mit 18 Prozent Marktanteil laut GfK (Stationär- und Versandhandel) wird inzwischen nahezu jedes fünfte Buch im populären Buchmarkt in Deutschland über den Konzern verkauft.

„Die Zukunft gehört dem Multichannel-Handel", unterstreicht Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung, den entscheidenden Vorteil des Weltbild-Geschäftsmodells.

Führender Anbieter von eBooks

Das Unternehmen hat sich früh im Bereich von eBooks, digitalisierten Büchern und Lesegeräten, engagiert und bereits im April 2009 einen eigenen eBook-Shop eröffnet. Mit rund 15.000 verkauften eBook-Readern konnte sich Weltbild nach eigenen Angaben als führender Anbieter in diesem jungen Marktsegment positionieren. „Weltbild beobachtet den Markt sehr aufmerksam und erwartet hier in den nächsten Jahren großes Wachstumspotenzial", erklärte Hallf bei der Vorstellung der Bilanz.

Weltbild, das im Besitz von 14 katholischen Diözesen ist, ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Buchhändler und hinter Amazon zweitgrößter Online-Buchhändler. Das Unternehmen beschäftigt nach einem kräftigen Personalabbau und einem Umbau noch rund 6.500 Mitarbeiter, darunter etwa 1.800 am Stammsitz in Augsburg.

dpa, DH