Weltbild plant einen drastischen Stellenabbau. Schon zum Ende Juni soll jede fünfte Stelle beim Buchhändler wegfallen. Die Kunden müssen dann mit Selbstbedienung vorlieb nehmen.

In den Filialen der Kette sollen etwa 20 Prozent aller Stellen gestrichen werden. Eine Sprecherin der Verlagsgruppe Weltbild bestätigte am Donnerstag in Augsburg Medienberichte, wonach bereits Ende Juni 322 der bislang 1.571 Jobs in den Geschäften wegfallen sollen.

Weltbild will in den bundesweit 258 Filialen künftig stärker auf Selbstbedienung setzen.

Kunde kauft im Netz, nicht mehr im Laden

Die von dem Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter sollen teilweise auch Abfindungszahlungen erhalten. Das Unternehmen begründete die Sparmaßnahmen damit, dass immer mehr Kunden ihre Bücher bei Internet-Händlern kaufen.

Die Maßnahmen betreffen die Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG, die zu einer gemeinsamen Finanzholding der katholischen Verlagsgruppe Weltbild und der Familie Hugendubel gehört. Die Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild sind 14 katholische deutsche Diözesen und die Soldatenseelsorge Berlin.

Im April hat Weltbild seine Anteile am niederländischen Versender bol.com verkauft, um Finanzmittel für eine Neuausrichtung des Unternehmens zu bekommen.