Beim insolventen Buchhandelsunternehmen Weltbild gibt es eine veränderte Gesellschafterstruktur. Hugendubel erhöht dabei seine Anteile.

Mit einer ersten strukturellen Veränderung sollen die Chancen für eine Gesamtsanierung des insolventen Buchhandelsunternehmens Weltbild erhöht werden. Im Filialgeschäft, das durch DBH Buch Handel betrieben wurde, findet eine Trennung der Gesellschafter statt. Das Weltbild-Filialgeschäft (Weltbild Plus) wird aus dem Vertriebsverbund DBH Buch Handel herausgelöst, teilt der vorläufige Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit.

Alleiniger Gesellschafter von Weltbild Plus wird die Verlagsgruppe Weltbild (zuvor: 50 Prozent). Alleiniger Gesellschafter der DBH Buch Handel mit sämtlichen weiteren darin befindlichen Gesellschaften wird Hugendubel (zuvor: 50 Prozent).

Bei dieser Neuordnung gibt es aber eine Ausnahme. Die betrifft das Unternehmen Pubbles. An dem e-Book-Großhandel werden die Verlagsgruppe Weltbild und die DBH zu je 25 Prozent beteiligt sein (zuvor: DBH-Anteil 50 Prozent). Die Weltbild-Filialen bei Karstadt verbleiben zu 100 Prozent bei Hugendubel. Für den Markenauftritt wird hier einvernehmliche Lösungen gesucht, schreibt Geiwitz weiter.

Schutzschirmverfahren beantragt

In dieser neuen Konstellation hat die Geschäftsführung von Weltbild Plus beim Amtsgericht Augsburg ein Schutzschirmverfahren beantragt. Zum vorläufigen Sachwalter von Weltbild Plus hat das Amtsgericht den Rechtsanwalt Christian Plail von der Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner ernannt.

"Die Entflechtung der Gesellschafterstruktur erhöht die Chance, eine Gesamtsanierung von Weltbild zu erreichen, da Weltbild so seine Marktstellung als Multichannel-Unternehmen mit Versandaktivitäten über Katalog und Internet sowie dem stationären Handel in den Filialen behält", betont Geiwitz. Der davon überzeugt ist, dass auch Investoren diesen Wettbewerbsvorteil erkennen.

In den kooperativen Gesprächen sei auch deutlich geworden, dass Hugendubel und Weltbild weiterhin in Teilbereichen zusammenarbeiten werden. Im Marktsegment "Digitales Lesen" seien dabei Produkte für den E-Book-Reader Tolino hervorzuheben. Kooperiert werde auch weiter bei Einkauf, Logistik und IT-Themen, heißt es weiter.

Der Vertriebsgeschäftsführer von Weltbild Plus, Hans-Jürgen Junker, hat die Mitarbeiter der Filialen am Freitagvormittag über die Änderungen informiert. "Unsere Mitarbeiter werden ihr Geld pünktlich zum Monatswechsel auf dem Konto haben. Für unsere Kunden ändert sich nichts durch die neue Gesellschafterstruktur. Der Verkauf in den Filialen geht ganz normal weiter", sagt Junker. Auch in Schutzschirmverfahren erhalten die Mitarbeiter ihren Gehaltsanspruch für drei Monate über das Insolvenzgeld ausbezahlt.