Die Unternehmen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (ITK) wollen sich nicht entmutigen lassen. Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten ein verhaltener Optimismus. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen Branchenbarometers des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM).

Die Unternehmen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (ITK) wollen sich nicht entmutigen lassen. Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten ein verhaltener Optimismus. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen Branchenbarometers des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM).

Demnach rechnen 54,4% der Unternehmen für das Jahr 2003 mit steigenden Umsätzen. 28,3% der Firmen gehen von einem stabilen Geschäft auf Vorjahresniveau aus. 17,2% der Firmen äußern sich pessimistisch. Hierbei gehen nur 1,5% der Unternehmen von echten Einbrüchen um mehr als 10% minus aus. Dem stehen 8,2% der Unternehmen gegenüber, die mit einem außerordentlich dynamischen Wachstum um mehr als 10% plus rechnen. Insgesamt soll der deutsche ITK-Markt in 2003 leicht um 0,4% auf 136,5 Mrd. Euro wachsen. "Wir haben das schwierigste Jahr in der Geschichte der ITK-Branche hinter uns", kommentiert BITKOM-Vize-Präsident Willi Berchtold. "Für das Jahr 2003 überwiegt in den meisten Segmenten eine recht zuversichtliche Grundstimmung, auch wenn wir mit einer echten Erholung nicht vor 2004 rechnen können."

Berchtold appelliert an die Politik, die ITK-Branche gerade jetzt nicht mit weiteren Abgaben und Steuern zu belasten, sondern das Steuersystem zu vereinfachen, das Arbeitsrecht zu entschlacken, die Effizienz im öffentlichen Bereich zu erhöhen und Innovationen in Deutschland für den Weltmarkt zu fördern. Mit E-Government ließen sich jährlich Kosten in Milliardenhöhe einsparen und gleichzeitig der Service der öffentlichen Verwaltung spürbar verbessern. Auf eine Erhöhung der Kassenbeiträge könne man verzichten, wenn moderne Informationstechnik im Gesundheitswesen eingeführt würde. "Wir können die medizinische Versorgung verbessern und gleichzeitig Kosten sparen. Aber dazu müssen sich die beteiligten Gruppen endlich auf einheitliche Standards und den verstärkten Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen im Gesundheitswesen einigen", so Berchthold.

Die Gewerkschaften fordert Berchtold auf, auch an diejenigen zu denken, die keine Arbeit hätten. "Je teurer die Arbeit und je starrer die Arbeitsverhältnisse werden, umso weniger Arbeitsplätze entstehen." Berchtold appellierte zudem an die Banken: "Die Finanzierungssituation ist für 61% der Unternehmen zurzeit das größte Problem. Einsteigen statt aussteigen muss das Motto lauten." An die Wirtschaft richtete Berchtold die Botschaft, wieder vermehrt in die Ausbildung zu investieren. Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in den vier IT-Berufen sei im Jahr 2002 erstmals gesunken. Berchtold: "Wir müssen jetzt für den Aufschwung der Jahre 2004 und folgende ausbilden."

Positive Signale kommen momentan vor allem aus den Segmenten Internet- und Online-Dienste sowie den Mobilfunkdiensten. "Es ist kein Ende der Internet-Begeisterung in Sicht", freut sich Berchtold. Das zeige die Zahl von zurzeit 36 Millionen deutschen Internetnutzern. Der Mobilfunk- und Internet-Markt gewinne an Reife. "Das überhitzte Wachstum früherer Jahre ist vorbei. Für die Zukunft rechnen wir mit soliden Steigerungen auf hohem Niveau", so Berchtold.

Die früheren Zugpferde der Branche, Software und IT-Services, hatten in 2002 erstmals Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Für 2003 rechnen knapp 60% der entsprechenden Anbieter allerdings wieder mit steigenden Umsätzen. Auch die in diesem Jahr am stärksten von Umsatzeinbrüchen betroffenen Anbieter von IT-Hardware und Endgeräten äußern sich wieder vorsichtig hoffnungsvoll. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen rechnet für 2003 mit einem leichten Umsatzwachstum. Schwierig bleibt es jedoch weiterhin für die Hersteller von Telekommunikations-Infrastruktur. Zwei Drittel der Unternehmen mussten in diesem Jahr zum Teil erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Auch für 2003 rechnen nur 29% der Unternehmen mit einem leichten Wachstum. 39% der Infrastrukturanbieter gehen hingegen davon aus, dass die Talfahrt auch 2003 noch nicht zu Ende sein wird. (AP)

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