Das Gros der Unternehmen zahlen den neuen Mindestlohn. Aber eben nicht alle. Die meisten Verstöße wurden in Baden-Württemberg registriert, heißt es in einem Medienbericht.

Zu Jahresbeginn wurde der Mindestlohn eingeführt. Die Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit habe zwischen Januar und Juni insgesamt 24.970 kontrolliert, in lediglich 146 Fällen sei dabei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Mindestlohnverstoßes eingeleitet worden, schreibt die "Bild"-Zeitung. Das entspreche einem Anteil von 0,6 Prozent.

Die Zeitung beruft sich dabei auf die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Manfred Zöllmer. Gegen den zu Jahresbeginn eingeführten Mindestlohn hat es nach "Bild"-Informationen bislang nur wenig Verstöße gegeben.

Baden-Württemberg liege mit 31 eingeleiteten Verfahren an der Spitze. Am besten schneide Bremen ab, wo es keine Verfahren in dem Zeitraum gebe. Wie "Bild" berichtet, fordert der Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) die Abschaffung der Kontrollen: "Die Zahlen zeigen, dass das Misstrauen von Arbeitsministerin (Andrea) Nahles gegenüber den Firmen völlig unbegründet ist. Die Kontrollen kosten 100 Millionen Euro im Jahr. (...) Das Geld wäre bei der Flüchtlingshilfe viel besser eingesetzt."

Seit Januar gilt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, wobei es allerdings Ausnahmen gibt.