Die Deutschen trinken weniger Wein - vor allem aus Übersee. Die Branche freut sich trotzdem über gestiegene Umsätze, auch wenn sie sich diese nicht so recht erklären kann.

Die Verbraucher in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2009 weniger Wein gekauft, aber vor allem den heimischen Winzern dank gestiegener Preise mehr Umsatz beschert.

Der Absatz deutscher Weine ging in der ersten sechs Monaten des Jahres verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent zurück, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in Mainz unter Berufung auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heute mitteilte.

Zugleich verbuchten die deutschen Winzer aber ein Plus von 2,1 Prozent beim Umsatz. Genaue Gründe für den Rückgang gab das DWI nicht an: "Wir haben dafür keine eindeutige Erklärung", sagte ein Sprecher.

Liter 19 Cent teurer

Der Marktanteil des deutschen Weins sank in den ersten sechs Monaten um 3 Prozent auf 47,6 Prozent bei der Menge und um 2 Prozent auf 53,4 Prozent beim Umsatz. Im Durchschnitt verteuerte sich der in einem Supermarkt oder einem Discounter gekaufte Liter deutschen Weins um 19 Cent auf 2,79 Euro. Eine 0,75-Liter Flasche war damit rund 14 Cent teurer als im Vorjahr. Allerdings sind in dem Durchschnittspreis die Umsätze des Fachhandels und des wichtigen Direktverkaufs der Winzer nicht enthalten, betonte der Sprecher.

Amerika ist der Verlierer

Der Absatz aller in Deutschland verkauften Weine ging im ersten Halbjahr um 2 Prozent zurück, der Umsatz hingegen wuchs ebenfalls dank höherer Preise um 0,6 Prozent. Vor allem Weine aus Spanien und Frankreich wurden häufiger gekauft, Verlierer waren die Weine aus Amerika, die bei der Menge und beim Umsatz jeweils ein Minus von 7,9 Prozent und 7,3 Prozent verbuchten.

Fast die Hälfte aller verkauften Flaschen (48,2 Prozent) kauften die Kunden bei einem Discounter. Ein deutliches Minus verbuchten die Fachhändler, die rund 7,9 Prozent beim Absatz und 3,9 Prozent beim Umsatz verloren. Die Winzer und Winzergenossenschaften büßten bei der Menge 5,1 Prozent ein, konnten beim Umsatz aber um 0,7 Prozent zulegen.