Gesundheit statt Körperpflege: Gesundheitsminister Rösler will die Apotheken dazu verdonnern, den Umfang ihrer Drogerieartikel zu reduzieren. Der Apothekerverband nennt das Vorhaben "unsinnig".

Zwar sei die Idee zunächst nur ein Arbeitsentwurf, wie das Bundesgesundheitsministerium betont, trotzdem steckt viel Brisanz darin. Die Behörde von Minister Philipp Rösler will, dass Apotheker ihr Sortiment mit Kosmetik, Drogerie- und Hygieneartikeln einschränken, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Demnach sei geplant, dass die Händler nur noch auf maximal 30 Prozent ihrer Verkaufsfläche solche Artikel anbieten dürfen.

Hintergrund dieser geplanten Vorschrift ist eine neue Definierung der Apothekenbetriebsordnung, wonach die Händler vorrangig Produkte anbieten sollen, die der Gesundheit von Mensch und Tier "unmittelbar" dienen, schreibt die "FAZ".

Nur noch unmittelbar für die Gesundheit

Die noch als Arbeitspapier deklarierten Pläne sehen demnach vor, in der Apotheke ausgereichten Mittel, Gegenstände und Informationsträger seien "auf das notwendige Maß" einzuschränken, "um einer ausufernden Auslegung ihrer Apothekenüblichkeit Einhalt zu gebieten".

So soll der Verkauf der Produkte künftig nur noch "unmittelbar" (und nicht nur wie heute mittelbar) einem Zweck dienen: der Gesundheit der Patienten. Ernährungs- oder Gesundheitsberatungen oder Vorsorgeangebote seien von dieser strengen Trennung ausgenommen.

5 Prozent vom Jahresumsatz

Der Apothekerverband ABDA kritisierte diese Ideen. "So richtig es ist, Mindeststandards für eine hochwertige Arzneimittelversorgung über Apotheken zu definieren, so unsinnig sind Regelungen, die ein Übermaß an Bürokratie erzeugen", teilt der Verband mit. "Die Sicherheit und Qualität der Versorgung werden nicht daran hängen, ob das Freiwahlsortiment 20, 30 oder 40 Prozent der Fläche umfasst."

Laut ABDA haben die deutschen Apotheken im Jahr 2009 rund 40 Milliarden Euro umgesetzt. Der Umsatz mit Nebenprodukten betrage rund 5 Prozent beziehungsweise zwei Milliarden Euro des Jahresumsatzes.