Die Kriminalstatistik zählt 2011 weniger Ladendiebstähle als im Jahr zuvor. Doch von Entwarnung kann laut HDE keine Rede sein: Die Dunkelziffer ist hoch - und Prävention kostet die Händler Jahr für Jahr ein Vermögen.

Laut der heute veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik sank die Zahl der erfassten Ladendiebstähle im vergangenen Jahr um 2.199 auf 385.463 Fälle. "Dieser Rückgang um 0,6 Prozent ist vor allem auf die hohen Investitionen der Unternehmen in die Prävention zurückzuführen", ist Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), überzeugt.

Die Präventionsmaßnahmen kosteten den Einzelhandel jedes Jahr rund 1,2 Milliarden Euro: "Die Händler tragen in erheblichem Maße dazu bei, Diebstähle, Raubüberfälle und Betrug zu verhindern und aufzuklären", so Genth.

Zum Standard gehören dabei unter anderem entsprechende Mitarbeiterschulungen, der Einsatz von Detektiven und Sicherheitspersonal sowie die Videoüberwachung der Verkaufsräume.

Hohe Dunkelziffer

Die Zahlen der Kriminalstatistik zeigen laut Genth aber nicht das komplette Bild: "Die Dunkelziffer bei Ladendiebstählen ist nach wie vor hoch. Nur wenige Ladendiebe werden angezeigt."

Der Schaden durch Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel liege bei etwa vier Milliarden Euro, wie die EHI-Studie "Inventurdifferenzen 2011" ausweist, also bei rund einem Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes.