In den vergangenen neun Jahren wurden Zigaretten fast 70 Prozent teurer. Während die Deutschen immer weniger Glimmstengel rauchen, legt der Absatz von Zigarren, Zigarillos und Feinschnitt zu.

Die Deutschen haben ihre Rauchgewohnheiten geändert. Der tägliche Konsum von Zigaretten sank von 391 Millionen Stück im Jahr 2001 auf nur noch 229 Millionen im Jahr 2010, meldet das Statistische Bundesamt Destatis zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2011.

Dagegen wurden im vergangenen Jahr 11 Millionen Zigarren und Zigarillos gekauft – das waren rund 4 Millionen mehr als 2001; der Verkauf des losen "Feinschnitt-Tabaks" zum Selbstdrehen oder -stopfen nahm im gleichen Zeitraum von 38 auf 70 Tonnen zu.

Zigaretten knapp 70 Prozent teurer

Tabakwaren haben sich in den vergangenen neun Jahren erheblich verteuert, nicht zuletzt als Folge von Erhöhungen der Tabaksteuer. So mussten Raucher im Jahr 2010 für Zigaretten 69,1 Prozent mehr zahlen als noch 2001, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Die Preise für Zigarren und Zigarillos stiegen um 37,7 Prozent und Tabak-Feinschnitt verteuerte sich um 77,5 Prozent.

Mit der zum 1. Mai 2011 in Kraft getretenen Änderung des Tabaksteuergesetzes kam es nun noch einmal zu Preiserhöhungen. Die Preise für Zigaretten stiegen im Mai 2011 gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent, Zigarren und Zigarillos verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 1,0 Prozent und Tabak-Feinschnitt um 2,3 Prozent.

Mit Einnahmen von rund 14,3 Milliarden Euro im Jahr 2009 ist die Tabaksteuer inzwischen nach der Energiesteuer die "besondere Verbrauchsteuer", die am meisten Geld in die Bundeskassen bringt.

Weitere Steuererhöhungen bis 2016

Zudem sind bis 2016 weitere Steuererhöhungen in jährlichen Schritten vorgesehen. Mit der aktuellen Änderung des Tabaksteuergesetzes will der Staat die Mindeststeuersätze anheben, wodurch vor allem die Tabakwaren des Niedrigpreissegmentes belastet werden.

Die Statistiker nahmen für die Erhebung die Zahl der versteuerten Tabakwaren im jeweiligen Kalenderjahr als Datenbasis. Der tatsächliche Verbrauch insbesondere bei Zigaretten liege somit noch höher, da in den Angaben der amtlichen Statistik in Deutschland unversteuerte Tabakwaren nicht enthalten sind.