Marktforscher haben ein lange gehegtes Vorurteil untersucht: Geben Frauen wirklich mehr Geld für Kleidung aus? Die Antwort ist eindeutig.

Diese Frage beantworten die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Ja: Frauen investierten pro Jahr im Schnitt rund 236 Euro in ein schickes Outfit, bei Männern seien es dagegen nur 109 Euro, geht aus einer von der Gfk-Gruppe veröffentlichten Kaufkraftstudie hervor.

„Auch Städter sind in diesem Punkt spendabler als Bewohner des ländlichen Raums”, berichten die Forscher. Am meisten werde für Damenbekleidung in München, Erlangen, dem hessischen Hochtaunuskreis sowie in der Region Landshut ausgegeben, am wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern. München sei auch bei der Oberbekleidung für Männer bundesweit Spitzenreiter.

Lebensmittel ganz oben

Insgesamt hatten die Marktforscher die durchschnittlichen Ausgaben der Bundesbürger für 64 Produktgruppen ermittelt. Spitzenreiter sind dabei Nahrungs- und Genussmittel, für die der Bundesbürger im Schnitt pro Jahr 2.025 Euro ausgibt; damit fließen rund 36 Prozent seiner Kaufkraft in diesen Sektor, gefolgt von Produkten für Gesundheit und Körperpflege mit 806 Euro und einem Anteil von 14,4 Prozent.

Bereits auf Platz drei rangieren Heimwerker-Artikel. Dafür legt der Deutsche im Schnitt 582 Euro und damit ein Zehntel seiner verfügbaren Kaufkraft auf die Ladentheke. Insgesamt verfügten die Bundesbürger in diesem Jahr über rund 1,5 Milliarden Euro für den privaten Konsum.

Einen vergleichsweise geringen Stellenwert haben Luxusartikel wie Uhren und Schmuck - dafür gibt der Bundesbürger nach GfK-Erkenntnissen 56 Euro im Jahr aus. Dies entspricht gerade mal einem Prozent seines Konsum-Budgets.

Regionale Unterschiede

Allerdings variiere das Ausgabenverhalten stark regional. So legten vor allem Bewohner von Stadtregionen wie München, Erlangen, Wiesbaden/ Frankfurt, Wolfsburg, Regensburg und Mainz großen Wert auf Computer und entsprechendes Zubehör. Entsprechend mehr gaben sie für solche Produkte aus.

Auf dem Land hingegen fielen die Ausgaben dafür geringer aus. Stattdessen werde dort mehr Geld für Kinder- und Babyartikel in die Hand genommen. Dies hänge allerdings auch damit zusammen, dass Familien mit Kindern häufig auf dem Land wohnten.