Die Betreiber des Online-Marktplatzes "Mönchengladbach bei Ebay" ziehen Zwischenbilanz. Die beteiligten Händler schlagen sich gut und verkaufen sogar weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Es begann am 2. Oktober vergangenen Jahres mit 50 Händlern. 100 Tage später sind 70 Händler dabei und beweisen, dass lokale Internetmarktplätze ihre Chancen haben. Entsprechend positiv fällt das erste Fazit des Projekts "Mönchengladbach bei Ebay" aus, bei dem Händler der Stadt eine eigene Einstiegsseite bei der Handelsplattform haben. Dreißig Unternehmer hatten zuvor keine Berührungspunkte mit der Onlinewelt und haben demnach den Weg ins Multichannel-Zeitalter gefunden.

Seit Oktober wurden über die Einstiegsseite mehr als 32.000 Artikel verkauft, teilt Ebay mit. Insgesamt erzielten die mittlerweile 70 Händler einen Gesamtumsatz von mehr als 1 Million Euro. Die Order kamen nicht nur aus Mönchengladbach, sondern aus ganz Deutschland und sogar weiteren 53 Ländern wie Schweden, Italien, Frankreich und Österreich. Selbst Überseemärkte wurden beliefert: beispielsweise Guadeloupe oder Neuseeland.

Mit dem Onlinekanal zu besseren Umsätzen

Die aktiven Händler bieten im Schmitt 450 Händler an. Deren Umsätze der ersten drei Monat hochgerechnet ergibt sich, dass die Händler über das Projekt mit einem durchschnittlichen zusätzlichen Jahresumsatz von 90.000 Euro rechnen können, lautet die optimistische Prognose von Ebay.

Zu den Erkenntnissen nach den ersten 100 Tagen gehört auch, dass Händler, die direkt mit einem größeren Sortiment im Rahmen des Projekts online gegangen sind, sich besonders gut geschlagen haben. "Verkaufserfolg und Umsatzwachstum der Händler setzten in der Regel ab einer Anzahl von mindestens 50 bis 100 Artikel ein", sagt Stephan Zoll, Deutschlandchef der Handelsplattform.

Erfolgsentscheident war offenbar auch, den Kunden anzubieten, ob sie die online bestellte Ware geliefert bekommen wollen - oder im Geschäft abholen möchten (Click & Collect).

"Kunden erwarten heute solche Services"

Das Projekt wird mitgetragen von der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und begleitet von Gerrit Heinemann, Professor an der Hochschule Niederrhein. "Als 'Kümmerer vor Ort' sind wir maßgeblich an dem Erfolg des Projekts beteiligt und verantworten die Händlerakquise sowie den Dialog mit ihnen, die Planung von lokalen Top-Angeboten und die Koordination von lokalen PR- und Marketing-Maßnahmen", sagt Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, der sich auch über die internationalen Verkäufe der Händler freut.

Für Heinemann haben die ersten Ergebnisse des Projekts alle Erwartungen übertroffen.  "Es ist uns nicht nur gelungen, den weiteren Frequenzrückgang in der Innenstadt zu stabilisieren, sondern auch überproportionale Umsatzzuwächse bei den beteiligten Händlern zu realisieren", betont der Professor. Die Durchschnittszahlen seien erheblich besser als die anderer regionaler Marktplatzmodelle in weiteren Städten.

"Die Herausforderungen für die teilnehmenden Händler liegen darin, die Anzahl der eingestellten Artikel konstant zu halten und ansprechend zu präsentieren sowie verschiedene Versandmöglichkeiten für die Kunden anzubieten. Unsere aktuellen Studienergebnisse zeigen, dass Kunden diese Services heutzutage erwarten", so Heinemann weiter.