Metro-Chef Eckhard Cordes äußert sich in einem Zeitungsinterview zu den Karstadt-Häusern und hofft auf die Treue von Großaktionär Otto Beisheim.

Deutschlands größter Handelskonzern Metro zeigt weiterhin Interesse an Karstadt-Warenhäusern und wirft Eigentümer Arcandor eine schädliche Hinhaltetaktik vor. "Wenn es sich betriebswirtschaftlich rechnet, werden wir Häuser übernehmen. Wenn nicht, dann eben nicht", sagte Metro-Chef Eckhard Cordes.

Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Handelskonzerns, dass sich Arcandor mit der bisherigen Hinhaltetaktik keinen Gefallen getan habe: "Durch das lange Zögern und die Zurückweisung unserer Gesprächsangebote in der Vergangenheit wurde Zeit verspielt und ist die Werthaltigkeit der Häuser sicher nicht gestiegen."

Spekulationen zu Beisheim-Verkauf unbegründet

Cordes wies zugleich Spekulationen zurück, wonach Konzerngründer und Großaktionär Otto Beisheim seine Metro-Anteile abstoßen wolle. "Ich habe keinerlei Erkenntnisse, dass er seine Aktien verkaufen wird. Diese Spekulationen sind unbegründet", sagte Cordes.

Dafür gebe es keine Indizien. Der von Beisheim am Freitag verkündete Ausstieg aus dem Pool der drei Großaktionäre sei "nur ein formaler Schritt, der nichts an der bewährten und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen allen Anteilseignern ändern wird", sagte der Konzernchef.

Beisheim steigt zum 1. Oktober aus dem Poolvertrag der Metro-Gründungsgesellschafter aus. Neben Beisheim hatten sich die Gesellschafterstämme der Metro, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, in einer Pool-Vereinbarung unter anderem über die Ausübung von Stimmrechten verständigt. Zwischen den Hauptaktionären war es vor zwei Jahren zum Bruch gekommen, als Haniel seine Anteile auf 34 Prozent aufstockte und mit Schmidt-Ruthenbeck auf eine Mehrheit von über 50 Prozent kam. Beisheim hält 18,5 Prozent an Metro.