Redcoon-Kampagne zum zehnten Geburtstag
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Auch der E-Commerce ist kein Selbstläufer: Deshalb wirbt die Branche immer intensiver, die Budgets sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Die Infografik "Werbeausgaben im E-Commerce in Deutschland von 2000 bis 2012" bildet die jährlichen Aufwendungen für Werbung seit der Jahrtausendwende ab. In der Entwicklung der Werbespendings im E-Commerce spiegelt sich auch die Entwicklung der Webökonomie in Deutschland wider: vom "Großen Traum" (2000), über den "Katzenjammer" (2001), das "Tal der Tränen" (2002-2003), den "Neustart" (2004-2006) bis hin zum "Boom" (2007-heute).

"Dotcomdead is dead"

Allein von Ende 2006 bis Ende 2012 sind die Werbeaufwendungen für den interaktiven Handel in Deutschland laut Nielsen Media Research von 124,20 Millionen Euro auf 756,50 Millionen Euro gestiegen. In nur sechs Jahren haben sich die Werbespendings somit mehr als verfünffacht.

Was war vorher passiert? Im Zuge des Platzens der Dotcom-Blase im März 2000 wurde alles an Geschäfts- und Erlösmodellen in „neuen Medien“ und interaktiver Wirtschaft zur Disposition gestellt: „Im Internet“ ließen sich nicht die erwarteten Erlöse erzielen, „mit Werbung im Web“ ließe sich kein Geld verdienen, Unternehmen wie Ebay und Amazon wären nur eine Zeiterscheinung, die bald wieder verschwinden würden, da Verbraucher Waren vor dem Kauf doch lieber würden anfassen und begutachten wollen.

Es ist anders gekommen: Die Webökonomie boomt wieder, Online-Handel kann profitabel sein, mit Web-Werbung lässt sich Geld verdienen (Spiegel Online trug bereits in 2011 mit Online-Werbung 10 Prozent zum Gesamtumsatz des Spiegel-Verlag bei), Ebay und Amazon sind keine Zeiterscheinung, sondern werden verbraucherseitig als „Infrastruktur“ wahrgenommen.

Die „neuen Medien“ sind heute etabliert, und auch ein damals neues Format, dem zu Beginn des Jahrtausends vom deutschen Ableger von Dotcomdead ebenfalls ein baldiges Ende bescheinigt wurde, existiert noch immer: "brand eins". Auf Augenhöhe mit dem "manager magazin". Kein schlechtes Ergebnis für ein einst als „Kopfkissen-Lektüre für BWL-Studenten“ verspottetetes Format, das Dotcomdead als seinen einst schärfsten Kritiker längst überlebt hat.

Apropos „Überleben": Klassische Möbelhändler verschlafen gerade das Internet. Weil sie glauben, Verbraucher würden ihre zukünftigen Sitzgruppen vor dem Kauf doch bestimmt probesitzen wollen. Das Argument kommt einem bekannt vor...

Weiterführende Links: 
Eine Gesamtübersicht über die Werbeetat-Entwicklung in Handel und Versand in Deutschland von 2007-2012 - im Rahmen dieser Erhebung von Nielsen Media Research - gibt es hier via axelspringer-mediapilot als Excel-Tabelle zum Download.
 

Werbeausgaben: Die Entwicklung im deutschen E-Commerce von 2000 bis 2012 Grafik: statista