Unser derzeitiges Dilemma: Dachgeschoss und Keller entrümpeln. 40 Grad heiß, alles voller Kisten und voller Krams, der noch weg soll. Umzug steht an. Im Hochsommer. Unschlau, aber das lässt sich halt gerade nicht anders regeln. Wie nun "seamless" den ganzen überschüssigen Haushalt, Medien- und Technikballast loswerden? Online natürlich. Die Zeit drängt. Und das geht ja auch bestimmt alles ganz fix. Schließlich kenne ich mich ja aus. Falsch gedacht.
 
Wie man seinen Haushalt online los wird. Oder auch nicht.

Schon alles durchprobiert: Stuffle.it bringt's nicht (Hey, wie wäre es denn mal mit TV-Werbung? Kritische Masse, Tipping Point, Netzwerkeffekte und so. Schon von gehört, oder? Das wird nichts, wenn man nur fortlaufend als nette Idee durch die Startup-Blogs geistert. Wann kommt da mal eine Werbeoffensive?) und via ebay mailen mich gerade diverse Hardcore-Sparfüchse an, die noch ein paar Euros runterfeilschen möchten. Über ebay-Kleinanzeigen rufen zu unmöglichen Zeiten irgendwelche Leute an, um zu fragen, ob sie zu anderen unmöglichen Zeiten vorbeikommen können. Um "mal zu schauen". Ja, nee, ist klar.

Und Amazon? Da kann man nicht mobil einstellen, da die Apps dafür nicht ausgelegt sind. Amazon-Trade-In? Gute Preise (in Form von Amazon-Guthaben), keine Frage, aber man muss auch alles am Rechner erledigen, einzeln labeln und auch einzeln verposten. Geht's noch?

Und der Rest der Re-Commerce-Welt? Ein Blick in die App von Bonavendi lässt mich nur mit dem Kopf schütteln. Was da an "Ankaufspreisen" hinterlegt ist, verdient es einfach nur, in Gänsefüßchen gesetzt zu werden.

Was für ein lustiges Völkchen diese jugendlichen "preloved" Re-Commerce-Gründer doch sind: Gestern noch am Daumen gelutscht und mit der Schultüte um den Häuserblock gestiefelt und heute schon auf einem Bürostuhl quer durch das eigene Lagerhaus schlittern und "Mach dich freier!" in die Kamera rufen. Um aktuelle Bestseller für lausige Cent-Beträge anzukaufen und teuer weiterzuveräußern. Netter Versuch. 

Nee, so wird das wird alles nichts. Nächstes Wochenende mache ich deswegen einfach mal einen Hausflohmarkt. Old School. Tapeziertisch in den Hof, Krams drauf und dann ab dafür. Nebenan beim Gemüseladen fragen, ob ich vorher ein paar Flyer auslegen kann. Fertig.

Und online?
Mache ich natürlich auch etwas: Den Termin für meinen Hausflohmarkt und ein Teaserbild werde ich jeweils "stufflen" und bei ebay-Kleinanzeigen einstellen: Multi-Channel Haushaltsauflösung nenne ich das Konstrukt. Ich kenne mich ja schließlich aus...

BTW: Dass ich nicht der Einzige bin, der sich über dieses Problem ärgert, zeigt diese Infografik.

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