Die Idee, Schlecker auch mit Steuergeldern zu retten, ist nicht neu. Jetzt wird sie abermals diskutiert, denn der Betriebsrat des Unternehmens schreibt dem Drogeriediscounter eine "gesellschaftspolitische Notwendigkeit" zu.

Der Schlecker-Gesamtbetriebsrat wünscht sich bei der Rettung des Unternehmens staatliche Hilfe in Form von öffentlichen Fördergeldern. Damit soll das Überleben der Filialen in kleinen Städten und Dörfern ermöglicht werden. "Schlecker-Filialen sind für die Grundversorgung auf dem Land unverzichtbar", sagte Elke Lill, als Juristin Beraterin des Gesamtbetriebsrates, der Onlineausgabe des "Manager Magazins".

Lill verwies auf die weiten Strecken von bis zu 20 Kilometern, die jetzt schon viele Dorfbewohner zurücklegen müssten, um einkaufen zu können. Sollten nun noch Schleckerfilialen geschlossen werden, würden vor allem ältere Menschen ohne Auto und Internetzugang große Schwierigkeiten haben, sich zu versorgen, warnte die Rechtsanwältin.  "Eine staatliche Förderung wäre deshalb nicht nur möglich, sondern unseres Erachtens auch erforderlich."

Schlecker hat im Januar Planinsolvenz angemeldet.  Bei der Rettung der Drogeriekette drohen die Schließungen hunderter Filialen. Derzeit ist das Unternehmen noch an 6.000 Standorten präsent.

Letzte Ausfahrt Schlecker

In der Tat droht vielen kleinen Orten ohne Schlecker das Aus der letzten lokalen Einkaufsmöglichkeit. "Gerade im ländlichen Raum ist Schlecker für viele die letzte Einzelhandelshoffnung", sagte unlängst Norbert Portz vom Städte- und Gemeindetag. "Und wo die Lichter erstmal ausgegangen sind, wird das Rad schwer zurückzudrehen sein."

Die Bereitstellung von Fördergeldern, um Einkaufsmöglichkeiten in strukturschwachen Gebieten zu gewährleisten, ist nicht abwegig. So profitiert etwa der hessische Werra-Meißner-Kreis von einem Förderprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und Stadtentwicklung. "Region heißt Zukunft" heißt dieses, und ohne dessen Gelder wäre beispielsweise ein kleines Einkaufszentrum im Dorf Datterode nicht möglich gewesen (siehe Der Handel 3/2011).

Ende Januar hatte der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid davon gesprochen
, dass das Land mit einer Bürgschaft für Schlecker aushelfen könnte, sollte das Unternehmen tragfähiges Konzept vorlegen.