Pünktlich zum Start des Winterschlussverkaufs sind auch die Temperaturen wieder gesunken. Die Bestände an warmer Kleidung sind aber schon ausgedünnt - die Händler haben bereits gut verkauft.

Mit hohen Rabatten auf warme Kleidung hat der Winterschlussverkauf (WSV) im deutschen Einzelhandel begonnen. "Die Stimmung ist positiv", sagte eine Sprecherin des Handelsverbands Deutschland (HDE) zum Auftakt am Montag in Berlin. Schnäppchenjäger erwarteten Preisnachlässe von 50 bis 70 Prozent über das gesamte Wintersortiment.

Seit dem Wegfall der gesetzlichen Beschränkungen 2004 koordiniert der Handel die Schlussverkäufe im Winter und Sommer auf freiwilliger Basis.

Am diesjährigen WSV beteiligen sich nach Verbandsangaben erneut rund drei Viertel der Einzelhändler. Nach einem Umsatzplus 2010 blickt die Branche optimistisch ins Jahr.

Noch Chancen auf Schnäppchen

"Viele Geschäfte haben Kleidung um 70 Prozent reduziert. Das geht querbeet durch alle Bereiche", sagte Axel Augustin, Sprecher des Bundesverbands Textileinzelhandel (BTE) in Köln. "Es ist aber nicht mehr so viel Winterware da wie in den Vorjahren, weil die Händler dieses Mal schon gut verkauft haben."

Deshalb sei die Auswahl nicht mehr allzu groß. Dennoch lasse sich noch das ein oder andere Schnäppchen machen. Zwar haben viele Geschäfte schon Anfang Januar Rabattschilder herausgehängt, aber jetzt noch weiter reduziert. "In den Läden liegt die Frühjahrsware, die braucht Platz."

Der HDE will demnächst seine Geschäftsprognose für 2010 vorlegen. Präsident Josef Sanktjohanser hatte im Herbst angedeutet, dass beim Umsatzwachstum "eine Eins vor dem Komma" drin sein könne. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamts erhöhte sich der Umsatz im vergangenen Jahr nominal um 2,5 bis 2,7 Prozent. Um Inflationseffekte bereinigt, dürften es 1,3 Prozent bis 1,6 Prozent Plus gewesen sein.
Insgesamt kommt der Einzelhandel mit 2,9 Millionen Beschäftigten auf rund 400 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Gute Stimmung auch in Sachsen und Thüringen

In Sachsen hoffen die Händler, dass beim WSV nach einem guten Weihnachtsgeschäft noch einmal kräftig die Kassen klingeln. Rund zwei Drittel der Geschäfte beteiligten sich, sagte die Geschäftsführerin beim Handelsverband, Jutta Müller. "Einige haben schon früher angefangen und machen jetzt trotzdem mit." Die Kunden wüssten, dass sie zu den festen Schlussverkaufsterminen Waren zu günstigen Preisen kaufen könnten.

Da das Bummeln angesichts großer Schneemassen zuletzt teils schwierig gewesen sei, ließen sich noch Schnäppchen machen, hieß es auch beim Thüringer Verband. Neben Modegeschäften locken bundesweit Möbel-, Bau- und Elektromärkte ebenfalls mit Rabatten.