Der Modehandel setzt darauf, vom bisher guten Weihnachtsgeschäft zu profitieren. Für das ablaufende Jahr formuliert die Branche aber ein bescheidenes Ziel.

Wenn der Umsatz für 2008 auf Vorjahresniveau liegen würde, wäre der Modehandel zufrieden: "Gemessen an der allgemeinen wirtschaftlichen Lage wäre das ein schönes Ergebnis", sagte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Steffen Jost, am Mittwoch in Köln.

Im Gesamtjahr 2007 hatte die Branche 55,9 Milliarden Euro mit Bekleidung und Textilien umgesetzt. Auch die Rendite solle 2008 wieder 1,5 Prozent erreichen.

Adventsgeschäft gut angelaufen

Der Dezember ist traditionell der umsatzstärkste Monat für die Branche mit ihren zurzeit rund 330.000 Beschäftigten. Das bisherige Adventsgeschäft sei im Durchschnitt so gelaufen wie das vergangene: "Während die Wochenenden besser waren als im Vorjahr, lagen wir in der Woche etwas niedriger", sagte BTE-Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax. Marktforschern zufolge liege Bekleidung bei den
Weihnachtsgeschenken immerhin an dritter Stelle hinter Büchern und Gutscheinen.

Nach einem positiven Start ins Jahr 2008 hatten die Händler nach BTE-Angaben vor allem mit gestiegenen Energie- und Personalkosten zu kämpfen. Insgesamt sei das Geschäft jedoch trotz der Finanzkrise recht konstant verlaufen. "Die Lage ist zurzeit im Konsum besser als die Stimmung. Darum dürfen wir uns die Stimmung nicht so schlecht reden", mahnte Jost.

Skeptisch für das kommende Jahr

Dem Jahr 2009 sehen die Einzelhändler nach einer repräsentativen BTE-Umfrage unter 120 Unternehmen eher skeptisch entgegen. Knapp mehr als die Hälfte der befragten Firmen (52 Prozent) befürchtet dann rückläufige Umsätze, nur 7 Prozent erwarten ein Umsatzwachstum. Investitionen plant etwa die Hälfte der Firmen, vor allem im Bereich Mitarbeiter-Qualifikation. Zwei Drittel der Unternehmen gaben an,
ihre Beschäftigtenzahl unverändert lassen zu wollen.