Auch Edeka ist an der Übernahme von Flächen in Woolworth-, Hertie- und Karstadt-Standorten interessiert. Unternehmenschef Markus Mosa bestätigt erste Gespräche. Und er hat große Pläne.

Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka ist an der Übernahme von Verkaufsflächen in Filialen der Warenhausketten Woolworth, Hertie und Karstadt interessiert. "Wir werfen unseren Hut in den Ring", sagte Edeka-Vorstandschef Markus Mosa am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg.

"Mit unternehmergeführten Edeka-Märkten können die Standorte wiederbelebt werden", ergänzte Mosa. Erste Gespräche seien angelaufen, sagte Mosa, ohne konkreter werden zu wollen. Die genossenschaftlich organisierte Edeka-Gruppe erwartet 2009 einen Umsatz von rund 43 Milliarden Euro und operiert mit mehr als 12.000 Märkten. Rund 4.500 selbstständige Kaufleute führen unter der Marke ihre Lebensmittelfilialen.

Große Pläne für Hertie-Häuser

Beim insolventen Warenhauskonzern Hertie, dessen letzte Filialen Mitte August in Deutschland schlossen, kämen diverse Standorte infrage, berichtete Mosa. Die Eigentümer der Immobilien, das britisch-niederländische Unternehmensgeflecht Dawnay Day und Mercatoria Acquisitions (MABV), wollen die Häuser an andere Interessenten vermieten. Edeka kann sich vorstellen, in einer "zweistelligen Zahl von Gebäuden" als Lebensmittelhändler aktiv zu werden.

Auch bei den Karstadt-Warenhäusern, die zum insolventen Handelsunternehmen Arcandor gehören, möchte Edeka mit Filialen selbstständiger Kaufleute reingehen. Die Hamburger bringen sich damit in direkte Konkurrenz zum Rewe-Konzern, der derzeit noch in Karstadt-Häusern vertreten ist.

Viele Interessenten aus dem Handel

Auch die Drogeriekette Schlecker ist an Standorten von Woolworth interessiert. Anfang August meldete das Handelsunternehmen Interesse an der Übernahme von 71 Woolworth-Standorten beim Bundeskartellamt an.

Von den zum Verkauf stehenden Hertie-Häusern hat als einziges Handelsunternehmen bisher Kaufland drei Standorte erworben. Der zur Lidl-Schwarz-Gruppe gehörende SB-Warenhausbetreiber hat die Häuser in Hamburg-Langenhorn, Hamburg-Barmbek sowie Dortmund-Aplerbeck übernommen und will im Oktober das Haus in Duisburg-Walsum kaufen, sagte Christoph Meyer aus der Geschäftsleitung des Immobilienmaklers BNP Paribas Real Estate zu Der Handel. Der Makler ist mit dem Verkauf der meisten Hertie-Objekte betraut.