Neuer Wirbel um Arcandor. Laut einem Zeitungsbericht kann der Konzern seine Lieferanten nicht mehr bezahlen. Das Unternehmen hat diese Behauptung zurückgewiesen.

Der finanziell angeschlagene Handels- und Touristikkonzern Arcandor hat eigenen Angaben zufolge keine Probleme mit Lieferanten. "Wir zahlen unsere Rechnungen, und meines Wissens gibt es auch keinen Lieferanten, der seine Lieferungen gestoppt hat", sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage und dementierte damit anderslautende Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Blatt hatte geschrieben, mindestens ein wichtiger Lieferant habe die Notbremse gezogen, weil Rechnungen nicht beglichen worden seien.

900 Millionen Euro werden gebraucht

Arcandor steht mit dem Rücken zur Wand. Milliardenschulden, rote Zahlen und ein zuletzt negativer Cash-Flow zwingen den seit März amtierenden Konzernchef Karl-Gerhard Eick zum Handeln. Allein bis Juni werden 650 Millionen Euro gebraucht. Den Finanzbedarf für die kommenden fünf Jahre sieht Eick bei weiteren 900 Millionen Euro.

Angeblich solllen sich einige der kleineren Gläubigerbanken quergestellt haben. Hauptkreditgeber von Arcandor sind die Commerzbank, die BayernLB und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Arcandor hatte zudem angekündigt, in Kürze Staatshilfe beim Bund zu beantragen. Bislang wurde der Antrag aber noch nicht gestellt, sagte ein Sprecher. Vom Mittelstand gab es bereits Kritik am Wunsch nach staatlicher Hilfe für Arcandor.

dpa, ges