Alibaba versucht, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Das gilt auch für ein Online-Bezahlsystem. Denkbar wäre hier ein Einstieg bei einem etablierten Anbieter - wie Wirecard.

Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard führt laut Medienberichten mit chinesischen Investoren Gespräche über eine Beteiligung. Derzeit verhandle der TecDax-Konzern mit Vertretern der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay über eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, berichtete die "Bild am Sonntag". Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar. Die Betreiberfirma von Alipay, Ant Financial, bezeichnete den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg jedoch als "unwahr".

Wirecard (Sitz in Aschheim bei München) wollte sich dazu am Montag auf Anfrage nicht äußern. Eine Sprecherin verwies jedoch auf Aussagen von Vorstandschef Markus Braun auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen, wonach sich das Unternehmen in strategischen Gesprächen mit verschiedenen Partnern befinde.

Noch kein Zugang zum europäischen Markt

Alipay betreibt ein chinesisches Online-Bezahlsystem. Der Mutterkonzern Alibaba von Gründer Jack Ma ist der führende Onlinehändler in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Bereits jetzt kooperieren Wirecard und Alipay bei einzelnen kleineren Projekten in Europa. Zugang zum immer wichtigeren chinesischen Markt hat Wirecard bislang aber nicht - das Unternehmen ist vor allem in Indien, Südostasien und Afrika vertreten, wo mobile Zahlungsdienstleistungen wegen des weniger stark ausgeprägten Finanzsektors gefragt sind.

Bereits vor einigen Wochen war am Markt über ein Einstiegsinteresse eines chinesischen Investors spekuliert worden. Aktuell hat Wirecard einen Marktwert von rund 5,1 Milliarden Euro.

Zuletzt hatten auf Technologie ausgerichtete deutsche Firmen mehrfach das Interesse chinesischer Investoren geweckt: Der Chipausrüster Aixtron etwa, aber auch der Roboterbauer Kuka.