Auch kleine Unternehmen nutzen immer öfter das Internet für komplexere Anwendungen. Doch sie haben noch Informationsbedarf und nutzen die Möglichkeiten des Web bei weitem nicht aus. 

Das Internet ist auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als Informations- und Kommunikationsmedium ängst etabliert. Zunehmend sind aber auch komplexere Anwendungen wie Beschaffung und Mobile Services gefragt, wie erste Ergebnisse der Umfrage "Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk" des vom BMWi geförderten Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) zeigen. Zudem wurden ein hoher Informationsbedarf zu E-Business-Themen und eine Skepsis gegenüber Web 2.0-Anwendungen festgestellt.

Die Unternehmen setzen demzufolge das Internet überwiegend als Informations- und Kommunikationsmedium sowie zum Online-Banking ein. Über alle Anwendungen hinweg nutzen 98,3 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen das Internet. Aufwendigere Anwendungen gewinnen jedoch auch an Bedeutung: So nutzen beispielsweise 93,9 Prozent der Befragten das Internet zumindest gelegentlich zur Beschaffung, 89,9 Prozent zum Datenaustausch und 71 Prozent zum Kundenservice.

Viele Möglichkeiten nur ansatzweise ausgeschöpft

Gleichzeitig werden die Potenziale vieler Internetoptionen aber nur ansatzweise ausgeschöpft: So verkauft nur jedes zweite Unternehmen online, etwa ein Drittel beteiligt sich an elektronischen Ausschreibungen und rund die Hälfte nutzt die Möglichkeiten des Mobile Business. Trotzdem rechnen die Befragten damit, dass sie in den kommenden beiden Jahren deutlich häufiger aufwändige Anwendungen im Internet nutzen werden.
 
Dies gilt besonders für kundenorientierte Aktivitäten wie Verkauf, Werbung und Service. Kleine und mittlere Unternehmen geben zum Thema E-Business teils erheblichen Informationsbedarf an. Die wichtigsten Themen sind dabei - wie auch im Vorjahr - Netz- und Informationssicherheit, Online-Recht, Datenaustausch mit Externen, Wissensmanagement und Online-Werbung. Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern nannten vor allem Online-Recht sowie Netz- und Informationssicherheit als bedeutendste Themen.

Web 2.0: Chancen und Risiken

Web 2.0-Instrumente dienen vor allem dazu, Information zu gewinnen und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Die Befragten erkennen in Web 2.0 jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren: Insbesondere die rechtlichen Risiken (84,0 Prozent) und die Gefahr des Missbrauchs durch externe Nutzer (82,6 Prozent) sehen sie als die größten Risiken an.

"In den nächsten Jahren wird das Thema Web 2.0 weiter an Bedeutung gewinnen. Daher sollten sich auch kleinere Unternehmen bereits jetzt mit den entsprechenden Möglichkeiten auseinandersetzen", erläutert Dr. Kai Hudetz, Leiter des E-Commerce-Center Handel, das die Studie federführend durchgeführt hat.

Zur Studie

Nach 2005 und 2007 befragte das NEG zum dritten Mal kleine und mittlere Unternehmen zur Nutzung von Internet und E-Business. An der Umfrage beteiligten sich bundesweit 2.660 Unternehmen. Die Zusammenfassung der Befragungsergebnisse kann von der Website des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr www.ec-net.de kostenfrei herunter geladen werden. Voraussichtlich im November 2008 wird dort auch der umfassende Berichtsband zu finden sein.