Die offiziellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal sind glänzend und auch das Verbrauchervertrauen steigt, wie eine aktuelle Nielsen-Studie zeigt. Doch eines fürchten die Konsumenten.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat heute die detaillierten Ergebnisse zur Inlandsproduktrechnung für das erste Quartal 2011 veröffentlicht. Das Bruttoinlandsprodukt nahm gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent zu. Damit bestätigt das Statistische Bundesamt seine Einschätzung vom Mai .

"Damit verbuchen wir das achte Quartal in Folge mit einem soliden Wachstum. Der Aufschwung gewinnt immer mehr an Breite und Stabilität", kommentiert der neue Bundeswirtschaftminister Philipp Rösler (FDP), die Zahlen. "Unsere Wirtschaft hat im ersten Vierteljahr dieses Jahres ihr Vorkrisenniveau erstmalig wieder übertroffen. Sie befindet sich in glänzender Verfassung", sagte der Minister, der ansonsten wegen seines innerparteilichen Streits derzeit eher weniger Grund zur Freude hat.

BIP-Wachstum, Geschäftsklima - wie geschmiert

Auch das vom ifo-Institut regelmäßig untersuchte Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft ist im Mai stabil geblieben. Es befindet sich weiterhin auf historisch sehr hohem Niveau.

Nach überstandener Wirtschaftskrise läuft der Wachstumsmotor in Deutschland wieder rund. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Jobaussichten sind gut und auch Löhne und Gehälter steigen nach Jahren der Stagnation wieder. "Mit diesen guten Perspektiven kehrt auch das Verbrauchervertrauen hierzulande zurück", bilanzieren die Marktforscher von The Nielsen Company.

Verbrauchervertrauen sprunghaft gewachsen

Entsprechend den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat das Vertrauen der Verbraucher in Deutschland laut einer aktuellen internationalen Studie von Nielsen sprunghaft zugenommen: Innerhalb von zwölf Monaten erreichte der Index mit einem Anstieg um 18 Punkte ein neues Rekordniveau (92 Punkte).

In der Schweiz blieb das Verbrauchervertrauen auf hohem Niveau stabil (110 Punkte), in Österreich gab es auf ebenfalls hohem Niveau einen leichten Anstieg (97 Punkte). "Die Verbraucherstimmung in der DACH-Region liegt damit sogar über dem Niveau vor der Finanzkrise und deutlich höher als in den anderen großen Volkswirtschaften Europas - Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien", erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research Nielsen DACH.

Auch weltweit blicken die Verbraucher wieder etwas optimistischer in die Zukunft, beobachten die Nielsen-Forscher. Dies liege vor allem an deutlichen Zuwächsen im Mittleren Osten & Afrika sowie in den Wachstumsmärkten im Raum Asien/Pazifik. In Europa ist das Verbrauchervertrauen insgesamt stabil geblieben.

Elf Länder meldeten indessen ein Rekordtief, darunter Griechenland, Irland, Portugal. Dem steht der Rekordzuwachs in Deutschland um neun Punkte gegenüber. Auch in Österreich liegt der Index so hoch wie nie, und der Index in der Schweiz stellt den Höchstwert in Europa dar.

Gute Berufsaussichten und finanzielle Situation

Fast jeder zweite Deutsche schätzt inzwischen seine Berufsaussichten und seine finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten als gut ein. Damit steigen auch die Ausgabenbereitschaft und Anschaffungsneigung vieler Verbraucher gegenüber dem Vorjahr wieder an.

Geld, das nach Deckung der Fixkosten übrig bleibt, wird vor allem für Konsum auf hohem Niveau ausgegeben: An erster Stelle steht der Kauf neuer Kleidung mit 39 Prozent Nennungen, gefolgt von Urlaub/Reisen (36 Prozent). Ein Trend scheinen in Deutschland Investitionen in neue Technikprodukte (30 Prozent) zu sein.

Einsparungen vor allem bei Lebensmitteln

Bei Lebensmitteln wird in Deutschland hingegen weiterhin gespart. In Sorglosigkeit schlägt der Optimismus der Verbraucher indes nicht um: Inflationsängste sind nach wie vor vorhanden.

Hauptsächlich machen sich die Verbraucher in Deutschland dabei Sorgen um steigende Wohnnebenkosten (31 Prozent), Spritkosten (21 Prozent) sowie Lebensmittelpreise (16 Prozent). Auch bei den Verbrauchern in Europa stehen steigende Energiekosten für Strom und Gas ganz oben auf der Sorgenliste, gefolgt von der wirtschaftlichen Lage.