Das Jahr beginnt im Modehandel mit einem Kracher: Die Modekette Wöhrl greift nach dem Wettbewerber SinnLeffers. Damit wird das Nürnberger Unternehmen bundesweit aktiv.

Spätestens als SinnLeffers am Donnerstag Nachmittag die Journalisten für eine Konferenz am nächsten Tag einlud, war es klar: Es wird wohl Veränderungen beim Modefilialisten geben. Nun berichtet die Tageszeitung "Die Welt", dass die mittelständische Modekette Wöhrl aus Nürnberg das Hagener Unternehmen übernehmen will.

Der Antrag auf den Zusammenschluss sei laut Bericht bereits Ende Dezember beim Bundeskartellamt eingereicht worden, heißt es in der Online-Ausgabe von "Die Welt".

Bundesweite Präsenz angestrebt

Wöhrl erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 mit 2.400 Mitarbeitern an 38 Standorten einen Umsatz von 346 Millionen Euro. Das Unternehmen ist vor allem in Süd- und Ostdeutschland beheimatet.

SinnLeffers ist dagegen insbesondere in Nord- und Westdeutschland präsent und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 300 Millionen Euro.
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Auf Anfrage von derhandel.de sagte eine Wöhrl-Sprecherin, dazu gäbe es am Freitag eine Pressekonferenz. Das kommt einer Bestätigung gleich, denn eingeladen hat ausschließlich SinnLeffers - und zwar für 13 Uhr an diesem Freitag.

Insolvenz überstanden

SinnLeffers gehörte bis 2005 zum Essener KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. 2008 meldete SinnLeffers eine Planinsolvenz an, und ist seit dem Ende des Verfahrens mit deutlich verkleinertem Ladennetz und halbierter Mitarbeiterzahl am Markt.

Die Zahl der Filialen verringerte sich von 47 auf weniger als die Hälfte. Schon im ersten Geschäftsjahr nach der Insolvenz hatte SinnLeffers nach eigenen Angaben wieder Gewinn erwirtschaftet.

Marcelo Crescenti / Steffen Gerth mit Material von dpa