Wenn der Hauptvermieter von Woolworth keine Zugeständnisse macht, könnte die Rettung der Kaufhauskette gefährdet sein, sagt Verdi. Sogar der Insolvenzverwalter schlägt nun Alarm.

Die Rettung der Billigkaufhauskette Woolworth Deutschland hängt nach Einschätzung des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann am seidenen Faden. Das Unternehmen mit 4.500 Beschäftigten müsse liquidiert werden, wenn nicht endlich der Finanzinvestor Cerberus einem der vorliegenden Übernahmeverträge zustimme, erklärte am Dienstag ein Sprecher des Wirtschaftsanwalts der Nachrichtenagentur dpa.

Cerberus besitzt die Immobilien von etwa der Hälfte der 161 verbliebenen Woolworth-Läden und spielt daher eine Schlüsselrolle.

Verdi warnt vor "überflüssiger Liquidation"

Auch die Gewerkschaft Verdi zur Eile. Der Hauptvermieter Cerberus müsse rasch eine Entscheidung treffen, sonst drohten noch in dieser Woche Investoren abzuspringen, sagte der Verdi-Handelsexperte Johann Rösch der Nachrichtenagentur dpa.

Am Ende könnten eine "völlig überflüssige" Liquidation von Woolworth und der Verlust von 4.500 Arbeitsplätzen stehen, warnte der Funktionär.

Alle schauen auf Cerberus

Erst in der vergangenen Woche hatte Insolvenzverwalter Hermann mitgeteilt, dass mehrere Verträge mit Bietern unterzeichnet wurden. Dies sollte die Fortführung von Woolworth-Filialen als Discounter ermöglichen.

Doch nach wie vor fehlt die Zustimmung des Hauptvermieters Cerberus. Insolvenzverwalter Hermann hatte eine Blockadehaltung des Finanzinvestors noch bestritten.

Frist für Verkauf läuft bald ab

Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit im April 2009 Insolvenzantrag gestellt. Viele der damals 311 Filialen wurden zwischenzeitlich verkauft, 161 Filialen sollen unter der Marke Woolworth erhalten bleiben.

Die zwischen Insolvenzverwalter und Gläubigern vereinbarte Frist für die Käufersuche läuft zum Monatsende ab.