Für die Ladenlokale der insolventen Warenhauskette Woolworth finden sich zahlreiche Interessenten. Zwei Paketverkäufe sind bereits unterschrieben.

Fünf Monate nach dem Insolvenzantrag hat das Billigkaufhaus Woolworth zwei Käufer für rund 100 Filialen gefunden. Dabei handelt es sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen um den Textil-Discounter NKD und die Drogeriemarktkette Schlecker.

Die neuen Eigentümer werden fast alle der 600 Mitarbeiter übernehmen, wie Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die entsprechenden Verträge seien bereits unterzeichnet.

Zahlreiche Interessenten aus dem Handel

Laut Insolvenzverwalter werden weitere Verträge bald folgen. Bis zum Herbst will Woolworth 140 der insgesamt 310 Filialen in Deutschland abstoßen. Schlecker kann nach einer Entscheidung des Bundeskartellamtes bis zu 71 Filialen übernehmen, NKD will zunächst 23 Läden fortführen. Interesse hatten auch die Drogerieketten dm und Rossmann sowie der Textildiscounter KiK und der Schuhhändler Reno bekundet.

Der Insolvenzverwalter will 160 mittelgroße Filialen in einer neuen Woolworth GmbH fortführen, die nach der Sanierung an einen Investor verkauft werden soll. "Es laufen bereits Gespräche", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

Um die Filialen für den neuen Besitzer aufzuwerten, werden sie bis Ende Oktober mit mehr als 10 Millionen Euro umgebaut. Das Geld stamme aus dem laufenden Geschäft, das sich stabilisiert habe, schrieb Hermann. Die Senkung der Personalkosten und das neue Sortiment zeigten Wirkung.

Woolworth Deutschland hatte im April Insolvenz angemeldet. Zunehmende Konkurrenz und starke Umsatzrückgänge hatten die Discount-Warenhäuser in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Auch ein Sanierungskurs des britischen Finanzinvestors Argyll Partners, der im Oktober 2007 das operative Geschäft übernahm, half nicht.