Das Billigkaufhaus Woolworth wagt nach Übernahme durch Tengelmann einen Neuanfang. Die neue Führung will junge Kunden gewinnen und das Filialnetz ausbauen. 

Die Handelskette Woolworth geht heute mit neuem Eigentümer und neuer Geschäftsführung an den Start. "Wir sind alle fest überzeugt, dass der Neuanfang gelingt. Das Kaufhaus lebt - wenn man es richtig macht", sagte Dieter Schindel, Vorsitzender der Geschäftsführung, an seinem ersten Arbeitstag in der Woolworth-Führung. 

Die Woolworth-Kaufhäuser waren im Mai von einer Holding der Tengelmann-Gruppe übernommen worden. Woolworth Deutschland hatte im April vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet.
 
Nun möchte Schindel mit einem "attraktiven Sortiment, einem modernen Auftritt, erfahrenen Mitarbeitern und schlanken Strukturen" alte Kunden zurückholen und neue, junge Verbraucher gewinnen. Der 46-jährige Schindel kommt von KiK, wo er Vertrieb, Marketing und Expansion des Textildiscounters verantwortet hat. Auch die Kette Kik gehört der Tengelmann-Gruppe.

Ehrgeizige Expansionspläne

 
Aktuell betreibt Wollworth in Deutschland rund 150 Filialen mit 4.300 Mitarbeitern. Die neue Geschäftsführung verfolgt ehrgeizige Ziele und will das Filialnetz Schritt für Schritt vom neuen Verwaltungsstandort, dem westfälischen Unna, ausbauen. Langfristiges Ziel ist die Verdichtung des Filialnetzes auf 500 Kaufhäuser in Deutschland. In den kommenden Jahren sollen die bestehenden Filialen sukzessive renoviert und auf ein optimiertes Markenbild umgestellt werden. 
 
Im Oktober will das Unternehmen Einzelheiten zur Strategie vorstellen. "Bis dahin bitte ich um etwas Geduld", sagte Schindel.