Ein Jahr nach der Insolvenz von Woolworth Deutschland hat sich noch kein Investor für die verbliebenen Läden des Kaufhauses gefunden. Nun wird die Zeit knapp.

"Wir befinden uns in der entscheidenden Phase des Investorenprozesses", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann gegenüber der dpa in Frankfurt. Es gäbe einen großen Kreis von Bietern aus dem In- und Ausland - sowohl Finanzinvestoren als auch Handelsunternehmen.

Demnach sollen 161 von ursprünglich 311 Filialen unter der Marke Woolworth erhalten bleiben. Für die restlichen Filialen hatten sich - abgesehen von etwa 25 Filialen - bereits neue Eigentümer gefunden. Allein der Textildiscounter NKD und die Drogeriemarktkette Schlecker übernahmen zusammen etwas mehr als 100 Standorte.

Die Zeit drängt: Am 30. Juni 2010 laufen die Verträge der verbliebenen 4.500 Mitarbeiter in den 161 Filialen aus. "Wir hoffen, dass wir bis dahin einen Investor gefunden haben", sagte der Sprecher. "Wir sind beim Investorenprozess auf der Zielgeraden. Über den Berg werden wir erst dann sein, wenn es einen Vertrag mit einem Investor gibt."

Woolworth verdient wieder Geld

Die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit am Ostersamstag 2009 (11. April) Insolvenzantrag gestellt. Drei Tage später bestellte das Frankfurter Amtsgericht den Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann zum vorläufigen Verwalter über das Vermögen des mehr als 80 Jahre alten Unternehmens mit seinen - nach jüngsten Angaben - 9.150 Mitarbeitern bundesweit.

Hermann vereinheitlichte die Ladengrößen, baute das Sortiment um und erreichte beim Finanzinvestor Cerberus als Vermieter zahlreicher Woolworth-Läden bessere Mietbedingungen. "Der Insolvenzverwalter hat eine niedrige zweistellige Millionen-Summe in den Umbau und die Modernisierung der Filialen investiert - das hätte er nicht getan, wenn er nicht an die Zukunftsfähigkeit von Woolworth Deutschland geglaubt hätte", betonte Hermanns Sprecher.

Die Früchte des Umbaus soll ein Investor schon in diesem Jahr ernten können. Die Umsatzzahlen stimmten zuversichtlich. "Woolworth verdient Geld", sagte der Sprecher. "Wir erwarten im operativen Geschäft in diesem Jahr eine schwarze Null und wir sollten am Ende des Jahres auch ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern sehen."