Der Insolvenzverwalter der Kaufhauskette Woolworth setzt bei der Suche nach einem Investor auf die mittelgroßen Standorte. Das Schicksal vieler Häuser ist derweil bereits besiegelt.

"Die Chancen für die Fortführung der Mini-Läden und der sehr großen Filialen sind äußerst gering", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann.

Von den 310 Woolworth-Filialen würden mindestens 150 mit zusammen rund 4.300 Mitarbeitern erhalten bleiben. Diese Geschäfte hätten in der Regel 20 bis 40 Mitarbeiter und eine Verkaufsfläche von 800 bis 1.600 Quadratmetern.

Für die übrigen Standorte liefen Gespräche mit Interessenten, darunter seien namhafte Schuhketten, Textildiscounter und Drogeriemärkte.

Schließungen quer durch die Republik

Zur Zukunft einzelner Standorte will sich das Unternehmen nicht äußern. Doch das Schicksal einiger Häuser ist bereits bekannt - zum Beispiel in der Rhein-Neckar-Region: Dort sollen bis spätestens Anfang Oktober fünf Filialen geschlossen werden, und zwar in Mannheim-Feudenheim, Ludwigshafen/Saarlandstraße, Sandhausen, Germersheim und Bad Bergzabern.

Dafür soll in einer anderen Filiale in Ludwigshafen ein Vorzeigegeschäft entstehen. "Das Sortiment wird bereinigt, das Erscheinungsbild attraktiver", erklärte ein Sprecher gegenüber der Zeitung „Mannheimer Morgen".

In Hessen werden die Standorte in Willingen, Lich, Bürstadt, Wolfhagen, Niedernhausen, Bad Camberg und Schlitz aufgegeben.

Auch weitere Standorte quer durch die Republik werden laut Medienberichten geschlossen, wie zum Beispiel in Jülich, Breisach, Bad Waldsee, Oldenburg, Hausach und Würzburg.

Insolvenzverfahren seit dem 1. Juli

Die Frankfurter DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Mitte April einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren war am 1. Juli eröffnet worden.

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit noch rund 9.000 Mitarbeiter.