Die insolvente britische Kaufhauskette Woolworths erlebt eine Wiedergeburt im Internet: Ein Web-Unternehmer setzt auf den bekannten Namen, um Kunden anzulocken.

Für die britischen Verbraucher war es ein Schock, als Woolworths alle 807 Läden im Januar diesen Jahres schließen musste: Die Kaufhauskette besaß eine der traditionellsten Händlermarken Großbritanniens mit einem hohen Bekanntheitsgrad.

Doch Woolworths lebt weiter - im Internet: Das E-Commerce-Unternehmen Shop Direct hat die Onlinerechte an der Marke gekauft und unter www.woolworths.co.uk einen Shop in der traditionellen roten Farbe des insolventen Unternehmens eröffnet.

Kaufhaus im Netz

Die neue Website bietet das, was Kunden von Woolworths erwarten: Ein Sammelsurium an Produkten, von Bügelbretter über Hüpfburgen bis hin zu Elektrogeräten, die man auch in den Kaufhaus-Filialen hätte kaufen können. Dazu kommen sperrige Güter wie Gartenmöbel, die in die ursprünglichen Woolworths-Läden nicht hinein gepasst hätten.

"Einige Millionen Pfund" habe sich Shop Direct die Markenrechte kosten lassen, erklärte das Unternehmen, ohne eine genaue Summe anzugeben. Damit wolle der E-Commerce-Betreiber die Fans der Kette, auch "Woolies" genannt, als Kunden gewinnen.

Die Website zielt vor allem auf Familien und wurde in drei verschiedenen Shops unterteilt: Einen für Kinderpartys, einen für CDs, DVDs und Bücher und einen weiteren für das restliche Angebot.

Hundertjährige Tradition

Woolworths musste nach fast hundert Jahren Ende 2008 Insolvenz anmelden. Durch die Schließung Anfang Januar verloren rund 27.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Zwischen Woolworth Deutschland und der britischen Handelskette besteht keine gesellschaftsrechtliche Verbindung. Aber auch der deutsche Ableger bangt seit Wochen um die Existenz.