Börsenhandel ausgesetzt, über 450 Millionen Euro Schulden: Die britische Kaufhauskette Woolworths ist kaum noch zu retten.

Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, es sei in Gesprächen, seine rund 800 Warenhäuser zu verkaufen. Der Handel mit Woolworths-Papieren wurde an der Londoner Börse ausgesetzt.

Das Unternehmen, das unabhängig von Woolworth Deutschland ist, ist zudem in Verhandlungen, den 40-prozentigen Anteil am DVD-Verlag 2 Entertain an BBC Worldwide zu verkaufen. Sollte keine Lösung gefunden werden, ist die Insolvenz des Traditions-Warenhauses nach Angaben von Experten wahrscheinlich. Etwa 30.000 Jobs stünden auf dem Spiel.

Kurz vor dem 100-jährigen Jubiliäum

Nach Medienangaben will das Restrukturierungsunternehmen Hilco die Läden zu einem symbolischen Preis von nur einem Pfund (rund 1,20 Euro) kaufen. Woolworths hat Schulden von 385 Millionen Pfund (rund 458 Millionen Euro).

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende August hatte die Handelskette einen Verlust vor Steuern von 99,7 Millionen Pfund (77,5 Millionen Euro) gemacht. Zuvor hatte Woolworths ein Übernahmeangebot über 50 Millionen Pfund des Gründers der Tiefkühlkost-Kette Iceland, Malcolm Walker, ausgeschlagen.

Die Kette, auch "Woolies" genannt, steht kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum. Ihr Untergang stünde für das Ende einer Ära.