Auch rund fünf Jahre nach der Hertie-Pleite stehen viele ehemalige Kaufhäuser der Warenhauskette leer. Die Bürgermeister der betroffenen Städte treffen sich, um einen Nachnutzung voranzubringen.

Am heutigen Dienstag trifft sich in Bingen eine Initiative von Bürgermeistern ehemaliger Hertie-Standorte. Sie will eine Zwischenbilanz vorlegen. Ziel der Initiative mit kommunalen Vertretern aus ganz Deutschland ist die Vermarktung der Immobilien.

Nach Angaben der Stadtverwaltung Bingen sind bislang 10 von 32 Häusern verkauft. Aufgrund ihres kämpferischen Einsatzes wurden die Stadtoberhäupter "Wutbürgermeister" getauft.

Die 1882 gegründete Hertie-Kette war 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen worden, die Häuser wurden umbenannt. 2005 verkaufte die damalige Karstadt Quelle dann 74 Häuser an britische Finanzinvestoren, die später den Namen Hertie wiederbelebten. 2008 meldete das Unternehmen schließlich Insolvenz an. Rund 2600 Mitarbeiter verloren ihren Job.