Marktstudien in der Vorweihnachtszeit sollen dem Händler helfen, die Lage einzuschätzen. Doch aktuell werden gegensätzliche Ergebnisse von Marktforschern geliefert, die die Orientierung erschweren.

In den letzten Wochen veröffentlichten die Beratungsunternehmen „"AlixPartners", "Deloitte & Touche" und "Ernst & Young" ihre repräsentativen Umfragen zum diesjährigen Weihnachtskonsum.

Umfragen dieser Art sollen die Konsumentenstimmung vor dem Fest wahrheitsgetreu wider geben. Stattdessen werden unterschiedliche und zum Teil kuriose Werte geliefert.

So rechnet beispielsweise AlixPartners mit einem Rückgang von 3 Prozent beim diesjährigen Geschenkekauf. Deloitte & Touche hingegen prognostiziert, dass die Deutschen im Durchschnitt etwa 1,3 Prozent mehr Geld für Geschenke ausgeben werden als im Vorjahr.

Noch optimistischer ist Ernst & Young: Das Beratungsunternehmen rechnet damit, dass 3 Prozent mehr ausgegeben wird.

Unterschiede bei Mann und Frau

Das Kaufverhalten von Männern und Frauen wird in den Studien ebenfalls unterschiedlich bewertet. AlixPartners behauptet, dass Männer über 20 Prozent mehr in Geschenke investieren als Frauen. Ernst & Young hingegen sagt, dass Frauen durchschnittlich 5 Euro mehr einplanen, als das männliche Geschlecht.

Widersprüchlich sind auch einige Aussagen zur allgemeinen Lage: AlixPartners ist der Meinung, es bestünde im Handel "kein Anlass zur Euphorie". Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist hingegen davon überzeugt, dass die Erlöse den höchsten Zuwachs seit fünf Jahren erreichen werden.

Diese Meinung teilt auch Ernst & Young. Die Beratungsgesellschaft fände es sehr erstaunlich, "wenn der Handel aus dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft nicht mit einem dicken Plus herausgeht".

Lösung für den Händleralltag

Frank Albrecht, Präsident des Landesverbands des Hessischen Einzelhandels, ist der Ansicht, dass man solche Studien auf alle Fälle kritisch betrachten sollte. Er selbst orientiert sich nicht an den Umfragen.

Ein Lösungsansatz, der Licht ins Dunkel bringt, sei ihm zufolge, alle Werte der Prognosen zu addieren und dann einen Durchschnittswert zu ermitteln. Dieser Wert sei dann relativ realistisch und aussagekräftig.

Andreas Schröder