Ogone wickelt den Zahlungsverkehr von rund 40.000 Onlinehändlern ab und verzeichnet zweistellige Wachstumsraten. Nun will der unbekannte Riese global wachsen und von mobile Payment profitieren

Der ePayment-Spezialist wickelte im vergangenen Jahr 137 Millionen Zahlungstransaktionen in einem Volumen von 16,6 Milliarden Euro für Onlineanbieter in 76 Ländern ab. Das bedeutet eine Steigerung um 35,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Wir schalten monatlich rund 900 neue Händler auf unsere Systeme und wollen auch in diesem Jahr erneut um 35 Prozent zulegen", erklärt Marcus Mosen, Chief Commercial Officer von Ogone, im Gespräch mit derhandel.de. "Unser Fokus liegt dabei verstärkt auf dem globalen Wachstum. Wir wollen die Märkte USA, Indien und Asien für uns erschließen, indem wir unser Engagement dort ausbauen, aber auch, indem wir Händler aus diesen Ländern in unseren europäischen Kernmarkt begleiten."

Vereinbarung mit Starbucks über ePayment in Europa

Mit Starbucks habe Ogone jüngst einen Vertrag über die Abwicklung des Online-Zahlungsverkehrs in Europa abgeschlossen, nennt Mosen ein Beispiel für die Wachstumsstrategie. Ob die Vereinbarung etwaige europäische Initiativen der amerikanischen Kaffeehauskette im mobile Payment umfasst, wollte der Manager nicht kommentieren. Starbucks gilt als Musterbeispiel für die erfolgreiche Umsetzung von Zahlungslösungen für das Smartphone in den USA und hat sich darüber hinaus an dem mobile Payment-Spezialisten Square beteiligt.

Ogone bietet rund 80 verschiedene internationale und nationale Zahlungsmethoden zur Integration in Onlineshops an - darunter auch Lösungen für das mobile Bezahlen per App, im Webshop und am POS. Nach eigenen Angaben managt das Unternehmen die Zahlungstransaktionen für rund 40.000 Internetanbieter.

Zu den Kunden gehören WeBshops (Notebooksbilliger.de, Conrad Electronics), Reisedienstleister (Tui, Thomas Cook und Club Med), Spieleanbieter (Bigpoint.net), aber auch Acquirer wie Concardis und Payment Service Provider, die den Online-Zahlungsverkehr ihrer Handelskunden über die technische Plattform von Ogone abwickeln.

E-Geld-Lizenz durch die Akquisition von tunz.com

"Wir können kleine, lokale Händler mit unserem Angebot bedienen, aber auch die großen multinationalen Anbieter", wirbt Mosen. Im Herbst vergangenen Jahres übernahm das Unternehmen tunz.com, eine Spezialisten für mobile Payment-Lösungen mit europäischer E-Geld-Lizenz. Seither kann Ogone die Zahlungsdienstleistungen direkt aus einer Hand ohne den Umweg über einen Payment Service Provider (PSP) mit entsprechender Lizenz anbieten.

Um den Check-Out-Prozess im Mobile Commerce zu erleichtern, bietet Ogone eine so genannte "In-App-Payment-Library", die die Integration von verschiedenen Zahlungsmethoden in einen App-basierten Webshop erleichtern soll. Über die Nutzerzahlen macht das Unternehmen keine Angaben.

Aktuell nimmt das belgische Unternehmen die ePayment-Kunden des britischen Finanzdienstleisters Barclays auf seine technische Plattform. "Das bedeutet einen Zuwachs von rund 15.000 kleinen und mittleren Onlinehändlern mit jährlich mehr als 100 Millionen Transaktionen", erläutert Mosen. Das Wachstumsziel von Plus 35 Prozent für 2013 sei von dieser Integration jedoch unabhängig, betont der CCO von Ogone.

"Zahlungsanbieter wie Worldpay und Ogone sind derzeit sehr preisaggressiv im Markt unterwegs und kaufen sich Volumen ein", kommentiert ein Zahlungsverkehrsexperte aus dem Handel, die aktuelle Entwicklung im ePayment-Markt.

Hanno Bender

Update (29.1.): Wie heute bekanntgegeben wurde, übenimmt der französische Terminalhersteller Ingenico den Paymentdienstleister Ogone und komplettiert damit seine Strategie, sich durch Zukäufen von Dienstleistern (siehe easycash) zum globalen Anbietern von kompletten Zahlungslösungen aus einer Hand zu entwickeln - online, offline, mobil.