Die dänische Bestseller-Gruppe (Vero Moda, Jack & Jones) ist mit einem Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro ein Schwergewicht im Mode-Business. Ihr Gründer Anders Holch Povlsen, der auch mit 20 Prozent an Asos beteiligt ist, steigt nun mit 10 Prozent bei Zalando ein. Das darf man als Ritterschlag werten. Gleichzeitig steigt Rocket Internet aus und überträgt seine Anteile an dem Online-Händler an die eigenen Teilhaber Kinnevik, European Founders Found (EFF) und Access Industries. Top-Investor Kinnevik hält nun 37 Prozent der Anteile an Zalando direkt und ist somit auch offiziell größter Gesellschafter des Berliner E-Commerce Unternehmens.

Holch Povlsen erwirbt Anteile von mehreren Early-Stage-Gesellschaftern wie dem European Founders Found (EFF), Holtzbrinck und Tengelmann. Alle Gesellschafter bleiben weiterhin bei Zalando im Boot.

Die Beteiligung der Investoren am Unternehmen setzt sich nun wie folgt zusammen:

Investment AB Kinnevik: 37%
European Founders Found: 18%
Anders Holch Povlsen: 10%
DST Global: 9%
Holtzbrinck Ventures: 8%
Tengelmann Ventures: 6%
Weitere: 12%

Mode-Milliardär denkt langfristig

Den Einstieg des Dänen, der bislang lediglich Marken wie beispielsweise Vero Moda und Jack & Jones über Zalando verkaufte, darf man nicht nur als Vertrauensbeweis sondern vor allem als Abgesang auf die immer mal wieder schwelenden Börsengerüchte rund um Zalando sehen. Der Mode-Milliardär gilt gemeinhin als Freund langfristiger Investments. "Wir haben in Anders Holch Povlsen einen weiteren starken und langfristig ausgerichteten Gesellschafter für Zalando gefunden, mit dem wir gemeinsam die Zukunft des Fashion E-Commerce gestalten wollen“, sagt deshalb auch Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter.

Zahlen zu Beststeller

Holch Povlsen dürfte den Berlinern zudem eine wichtige Leitfigur beim Ausbau des Eigenmarkensegments sein. Die haben schließlich das Unternehmen mit mittlerweile rund 3000 Läden weltweit zu einer Marktmacht gemacht. Die stärksten drei Marken – Jack&Jones, Vero Moda und Only – stehen für 70 Prozent des Gesamtumsatzes. Bestseller beliefert außerdem 12000 Multibrand-Läden. In Deutschland ist Bestseller mit rund 500 Läden der verschiedenen Labels präsent, die außerdem stark im Wholesale vertreten sind. Der Umsatz von Bestseller im E-Commerce liegt bei 1-2 Prozent.

Grafik: Statista