Die Berliner Modemesse "Bread & Butter" stand vor dem Ende. Nun kommt Zalando und hilft aus der Schau zu einem Neustart. Allerdings verändert sich dadurch auch das Konzept der Veranstaltung.

Zalando ist jetzt auch Messe-Veranstalter: Der Online-Modehändler hat die insolvente Streetwear-Schau "Bread & Butter" übernommen. Sie präsentiert zwei Mal im Jahr Jeans und Alltagskleidung im stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof. Mit einem neuen Konzept soll die Messe sich künftig vorrangig an Verbraucher statt an den Handel richten, wie ein Zalando-Sprecher sagte. Welche Rolle dabei die Eigenmarken des Berliner Onlinehändlers spielen, wurde noch nicht mitgeteilt.

Zalando ist seit der Gründung 2008 rasant gewachsen und hatte im vergangenen Jahr erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Bundesweit beschäftigt das Unternehmen mehr als 8.000 Menschen, davon 3.500 in Berlin. Der Kauf der "Bread & Butter" sei am vergangenen Wochenende besiegelt worden, sagte ein Sprecher. "Das ist ein klares Bekenntnis zum Modestandort Berlin." Zum Kaufpreis sei Schweigen vereinbart worden.

Im Dezember Insolvenz angemeldet

Messe-Gründer Karl-Heinz Müller mit seinem Team bleibt demnach an Bord. Seine Schau ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der Berliner Modewoche, musste im Dezember aber Insolvenz anmelden. Die Januar-Ausgabe fiel aus.

Wie Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff am Montag mitteilte, wird die nächste Ausgabe wie geplant im Juli auf dem früheren Flughafen Tempelhof ausgerichtet. "Durch den neuen Investor ist das Ganze nun zukunftssicher aufgestellt und die BBB kann noch in diesem Jahr aus der Insolvenz geführt werden", sagte Brockdorff. Zalando übernimmt damit auch den Mietvertrag für das historische Tempelhofer Flughafengebäude, der bis 2019 gilt.

Zalando war nach dem Börsengang im Oktober in der vergangenen Woche in den MDAX aufgestiegen, den Index für die mittelgroßen Konzerne.