Zalando will den Modehandel durch Datenauswertung stärker personalisieren. Dafür wollen die Berliner auch erstmals auch auf Fachleute im Ausland zurückgreifen.

Der Modehändler Zalando baut in Irland seinen ersten Technologie-Standort außerhalb Deutschlands auf. In Dublin sollen in den nächsten drei Jahren bis zu 200 Arbeitsplätze für Daten-Analysten und Software-Entwickler geschaffen werden, wie Zalando am Mittwoch ankündigte. Zugleich soll der Tech-Bereich in Deutschland, der bereits mehr als 700 Mitarbeiter hat, noch schneller ausgebaut werden.

Zalando will das Einkaufserlebnis besser auf die einzelnen Nutzer zuschneiden. Dabei betrete man Neuland, weil es auch um Informationen gehe, die schwer systematisch zu erfassen seien, erläuterte Technologiechef Philipp Erler. Das seien zum Beispiel die Struktur und Wahrnehmung der Stoffe sowie Farben und Schnitte oder die Erkenntnisse über passende Größen für einen bestimmten Nutzer.

Außerdem will Zalando schneller auf aktuelle Trends reagieren - etwa das Interesse an bestimmten Kleidungsstücken nach großen Events oder wenn diese von Prominenten getragen werden. "Es geht um Dinge, die noch niemand in der Branche gemacht hat", sagte Erler.

Irland beliebter Standort

In Irland haben auch amerikanische Technologie-Riesen wie Google oder Facebook europäische Standorte. Die im Vergleich zu Deutschland etwas lockereren Datenschutz-Regeln hätten bei der Standort-Entscheidung keine Rolle gespielt, betont Zalando. Das Unternehmen unterstehe komplett Berliner Datenschutz-Bestimmungen.

In Dublin sollen vor allen Informationen rund um Produkte ausgewertet und auf dieser Basis neue Dienstleistungen entwickelt werden. Für Irland Dublin spreche das große Angebot an Datenwissenschaftlern und anderen IT-Fachkräften. "Es ist ein Bereich, in dem einzelne Talente einen entscheidenden Einfluss haben können", sagte Erler. Einer der führenden Zalando-Entwickler, Eric Bowman, pendelte bisher zwischen Dublin und Berlin.