Das System der kostenlosen Retouren zahlt sich offenbar für Zalando aus. Im zweiten Quartal ist der Online-Modehändler operativ im schwarzen Bereich angekommen.

Der Modehändler Zalando will an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten, während viele Konkurrenten die neuen Möglichkeiten zur Einschränkung der Rücksendungen nutzen. Die Rücksendequote zu senken, könne kein Selbstzweck sein, sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter der dpa am Donnerstag. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen."

Zalando hat nach bisherigen Angaben eine hohe Rücksendequote von 50 Prozent gemessen am Umsatz, das ist auch ein wichtiger Kostenfaktor. Viele Onlinehändler hatten zuletzt kostenlose Retouren zurückgeschraubt.

Mehr Besucher, mehr aktive Kunden

Der Berliner Onlinehändler bestätigte an diesem Donnerstag die im Juli veröffentlichten Zahlen zur Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr. Demnach schrieb Zalando operativ schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando auf dieser Basis noch 31 Millionen Euro verloren.

Zu dem positiven Ergebnis hätten das bessere Wetter als 2013, der Effekt von Investitionen in die Logistik sowie geringere Ausgaben für Kundengewinnung beigetragen, sagte Ritter. Der Quartalsumsatz wuchs im Jahresvergleich um rund ein Viertel auf 546 Millionen Euro. Zalando erreichte im ersten Halbjahr 2014 eine konzernweite Ebit-Marge von 1,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch minus 8,9 Prozent.

Zalando zählte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal dieses Jahres 323 Millionen Besuche auf seinen Webseiten, im Vorjahreszeitraum waren es 294 Millionen Besucher. Die Anzahl aktiver Kunden wuchs auf 13,7 Millionen (2013: 11,6 Millionen), wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Für Herbst wird ein Börsengang des Modehändlers erwartet. Laut Medienberichten könnte er bereits in den kommenden Tagen angekündigt werden.