Zalando wächst rasant, schreibt aber wegen hoher Investitionen nach wie vor Verluste. Für Deutschland meldet der Onlinehändler allerdings ein ausgeglichenes Ergebnis.

Der Umsatz des Schuh- und Modeversenders Zalando hat sich im vergangenen Jahr von 510 Millionen Euro (2011) auf 1,15 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag nach den vorläufigen Zahlen bei etwa minus 90 Millionen Euro - nach minus 60 Millionen im Jahr zuvor.

In der Kernregion Deutschland, Österreich und Schweiz hat Zalando nach eigenen Angaben ein ausgeglichenes Ebit erzielt. In dieser Region erzielt der Händler nach eigenen Angaben "deutlich mehr als die Hälfte" seines Umsatzes.

"Können Kosten für Rücksendungen verkraften"

Ein Nettoergebnis wurde nicht genannt. Zalando verkauft mit wachsendem Erfolg Schuhe und Modeartikel übers Internet, hat aber mit hohen Retourenquoten zu kämpfen. In diesem Sommer will das unternehmen nach Erfurt ein zweites großes Logistikzentrum in Mönchengladbach eröffnen.

Die Kosten für Rücksendungen könne Zalando verkraften, sagte Geschäftsführer Rubin Ritter der Nachrichtenagentur dpa: "Die Retourenquote liegt bei zirka 50 Prozent. Das ist Teil des Geschäftsmodells, das ist im Businessplan einkalkuliert."

Zalando bietet als reiner Internet-Händler inzwischen 150.000 Produkte an, außer Bekleidung auch Haushaltsartikel, Einrichtungsgegenstände für die Wohnung, Sportgeräte und Kosmetik.

Expansionsstopp - vorerst

Der Versender beliefert rund 10 Millionen Kunden in 14 europäischen Ländern. Im vorigen Jahr kamen sieben Staaten hinzu: Spanien, Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen, Polen und Belgien.

An eine Expansion in weitere Regionen ist vorerst nicht gedacht: "Wir sind jetzt in allen wichtigen Märkten Europas vertreten. Darauf wollen wir uns konzentrieren", sagte Geschäftsführer David Schneider.

Finanziell sei Zalando gut aufgestellt. "2012 ist unsere Eigenkapitalquote auf über 50 Prozent gestiegen, von 39 Prozent im Jahr zuvor. Wir verfolgen einen starken Wachstumskurs und haben als Ausgleich dafür immer eine sehr konservative Bilanzstruktur gewählt", betonte Ritter.

Der schwedische Investor AB Kinnevik ist derzeit größter Anteilseigner mit 35 Prozent. Zweitgrößter Gesellschafter sind die Samwer-Brüder, die wohl bekanntesten deutschen Internet-Investoren, mit 29 Prozent.

Derweil hat Wettbewerber Otto Medienberichte zurückgewiesen, wonach der Handelskonzern im Geschäftsjahr 2012/13 einen Vorsteuergewinn von 200 Millionen Euro erwirtschaftet habe.

dpa, DH