Zalando hat seine ohnehin gute Umsatzprognose für dieses Jahr noch einmal angehoben. Angesichts der Wachstumsraten will der Modeversender ein drittes Logistikzentrum in Deutschland bauen.

Zu Jahresbeginn rechnete Zalando mit Umsatzwachstumsraten zwischen 20 und 25 Prozent. Nun hält Finanzchef Rubin Ritter für 2015 sogar ein Plus von 28 bis 31 Prozent für möglich, meldet der Onlinemodehändler.

Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr demnach um 31,5 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro 2015. In Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) wuchs der Umsatz dabei um 27,6 Prozent auf 758,1 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag insgesamt bei 59,2 Millionen Euro, das entspricht einer Marge von 4,3 Prozent. Das bereinigte EBIT in der DACH-Region lag bei 46,8 Millionen Euro, was einer Marge von 6,2 Prozent entspricht.

Im zweiten Quartal zählte Zalando 16,4 Millionen aktive Kunden, das sind rund eine Million mehr im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres. So hat der Modeversender binnen eines Jahres 2,7 Millionen Kunden hinzugewonnen: Im zweiten Quartal 2014 hatte Zalando eigenen Angaben zufolge 13,7 Millionen Kunden.

Knapp sechs von zehn Webshopbesuche von mobilen Geräten

Auch im Zalando-Webshop schauen sich immer mehr Kunden mit Smartphone & Co. um: Die Besuche von mobilen Endgeräten stiegen während des zweiten Quartals auf 57 Prozent an. Die Zalando-App wurde bis Mitte des Jahres rund 11 Millionen Mal heruntergeladen.

Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg: Im Vergleich zu 7.588 Mitarbeitern am 31. Dezember 2014 wuchs die Beschäftigtenzahl bis zum 30. Juni 2015 um 1.491 auf 9.079 Mitarbeiter. Dieses Wachstum wurde laut Zalando vor allem durch Neueinstellungen in den Logistikzentren und den Technologie-Teams getrieben.

3. Logistikzentrum in Deutschland

Und Zalando braucht noch mehr "Manpower", weil das Logistiknetzwerk weiter ausgebaut werden soll: In Deutschland ist ein drittes, selbst entwickeltes Logistikzentrum geplant. Es soll über eine ähnliche Kapazität wie Erfurt und Mönchengladbach verfügen, der Bau soll im Herbst 2015 beginnen. Der Abschluss der ersten Bauphase und die Inbetriebnahme planen die Onlinehändler für Herbst 2016. Der Standort stehe aber noch nicht fest.

Der Logistikstandort Mönchengladbach soll zudem im ersten Halbjahr 2017 auf maximale Kapazität ausgebaut werden. Darüber hinaus plant Zalando in Italien einen kleineren Logistikstandort als Pilotprojekt für weitere Standorte außerhalb Deutschlands, der in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister vermutlich Anfang 2016 den Betrieb aufnehmen wird.