Der spanische Inditex-Konzern hat Eile mit der Expansion in Deutschland. Laut einem Medienbericht soll nicht nur Tochter Zara expandieren: Der Markteintritt weiterer Formate stehe unmittelbar bevor.

Der spanische Modekonzern Inditex, zu dem die Marken Zara und Massimo Dutti gehören, will nach Informationen der Zeitung "Financial Times Deutschland" mit weiteren Marken in Deutschland expandieren. "Derzeit werden die Mietverträge verhandelt", zitiert die "FTD" einen Branchenkenner.

Inditex könnte die Marke Bershka für junge Kunden und auch Zara Home (Heimtextilien) in Deutschland etablieren, schreibt das Blatt und vermutet, dass der Zeitpunkt des Markteintritts unmittelbar bevorsteht.

Mit der Expansion auf dem deutschen Markt, der für Inditex zwar profitabel, aber noch unterentwickelt ist, werde auch die Struktur des spanischen Konzerns verändert, schreibt die "FTD" und zitiert abermals einen Brancheninsider: "Es geht darum, mehrere und nicht mehr nur zwei Marken zu managen."

Niederländische Rechtsform geplant

Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass Inditex von der Otto Group deren 22 Prozent Anteil an Zara Deutschland erworben hat. Dadurch ist der Handlungsspielraum von Inditex auf dem deutschen Markt größer geworden.

Inditex kam im Geschäftsjahr 2009/2010 mit 4.681 Geschäften in 77 Staaten auf gut elf Milliarden Euro Umsatz. Der Konzern verdiente mit seinen acht Sparten unter dem Strich 1,3 Milliarden Euro. Hauptumsatzbringer ist mit großem Abstand Zara. In diesem Jahr will Inditex rund 400 Märkte weltweit eröffnen.

Zara Deutschland betreibt 72 Geschäfte und soll von einer GmbH zu einer B.V. & Co. KG nach niederländischem Recht umgewandelt werden. Das hätte zur Folge, dass die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats starke Einschränkungen erfahren. Vergleichbare Unternehmensrechtsformen haben auch die Modeketten H&M und Esprit.