Die Nachfrage nach der Vedes-Anleihe war enorm. Kurz nach Ausgabe war das Angebot überzeichnet. Mit dem Geld will die Spielwarenverbundgruppe ihr Wachstum sichern.

Unternehmensanleihen von Einzelhandelsunternehmen sind offenbar attraktiv. Diese Erfahrung machte bereits vor einiger Zeit der Textilhändler Wöhrl. Nun ist die Spielwarenverbundgruppe Vedes nachgezogen und hat ihre Anleihe in Höhe von 20 Millionen Euro platziert. Interessenten hatten jedoch kaum Zeit zum Zugreifen. Die Nachfrage war derart hoch, dass die ursprünglich bis zum 20. Juni laufende Zeichnungsfrist vorzeitig beendet wurde: an diesem Dienstag, dem ersten Tag. Um 10 Uhr.

Zweck der Geldbeschaffung ist das geplante Wachstum von Vedes. Dafür erwarb die Kooperation Ende 2013 den Großhändler Hoffmann - finanziert über eine eilig privat platzierte einjährige Anleihe in Höhe von 12 Millionen Euro.

Aufbau von Warenvorräten

Nun gibt die Nürnberger Verbundgruppe eine langfristige Anleihe über fünf Jahre heraus (Verzinsung 7,125 Prozent), die aber nicht als Refinanzierung der Dezember-Anleihe verstanden werden soll, wie ein Unternehmenssprecher zu derhandel.de sagte.

Das Umtauschangebot an die Inhaber der am 11. Dezember 2013 begebenen einjährigen 8 Prozent Schuldverschreibung im Volumen von 12 Millionen Euro, wurde in Höhe von 3,6 Millionen Euro angenommen. Damit fließt der Vedes nach Abzug sämtlicher Emissionskosten ein Nettoemissionserlös von rund 15,6 Millionen Euro zu. Davon wird das Unternehmen rund 8,4 Millionen Euro für die Rückzahlung der nicht umgetauschten Schuldverschreibungen 2013/2014 verwenden, hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

Der verbleibende Nettoemissionserlös aus der Schuldverschreibung 2014/2019 in Höhe von ca. 7,2 Millionen Euro soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, teilt Vedes weiter mit. Dabei sollen etwa 50 Prozent Investitionen dienen, insbesondere dem Aufbau von Warenvorräten, um den in den nächsten zwei Jahren angestrebten Großhandelsumsatz von 125 Millionen Euro jährlich abwickeln zu können. Die andere Hälfte des Nettoemissionserlöses soll der Finanzierung der mit der Hoffmann-Übernahme verbundenen weiteren Integrationskosten dienen.