Diese Bilanz überrascht sogar den Chef. Die Baumarkt-Einkaufsgemeinschaft Zeus meldet für 2010 gute Zahlen - und strebt für 2011 eine Umsatzsteigerung an.

Das Jahr 2010 endete für Zeus mit erheblicher Unruhe im eigenen Haus. Zwei der drei bisherigen Partner der Einkaufsgemeinschaft gaben bekannt, dass sie zum 31. Dezember 2012 aussteigen wollen. Als Grund gaben die Verbundgruppen E/D/E und EK/servicegroup "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Entwicklung" an. Nur einen Tag später kündigte die Baumarktkooperation Hagebau an, die Zentrale für Einkauf und Service (Zeus) künftig alleine führen zu wollen.

Wirtschaftlich gesehen steht Zeus allerdings solide da. Die 765 angeschlossenen Systemgeschäfte erreichten 2010 einen Nettoumsatz von 2,19 Milliarden Euro in Deutschland und Österreich, teilt das Unternehmen heute mit. Damit habe man an das Rekordniveau im Jahr 2009 anknüpfen können.

Zur Zeus gehören insgesamt rund 1.600 inhabergeführte Baumärkte, Fachmärkte, Gartencenter und Eisenwarenfachgeschäfte in Deutschland und Österreich, die Gemeinschaft größtenteils zum Einkauf nutzen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf dem Franchisesystem Hagebau-Markt sowie den Systemgeschäften Werkmarkt (Fachmärkte) und Floraland (Gartencenter).

Ausbau und Umbau

Die Hagebau-Märkte steigerten 2010 ihre Netto-Verkaufsumsätze in Deutschland und Österreich flächenbereinigt um 0,2 Prozent. Dabei erreichten die 292 deutschen Standorte einen Netto-Verkaufsumsatz von 1,38 Milliarden Euro, die 44 österreichischen Hagebau-Märkte erzielten 185 Millionen Euro. "Mit einer so guten Entwicklung haben wir 2010 nicht gerechnet", sagt Michael Baumgardt, Sprecher der Zeus-Geschäftsführung.

Als einen Grund für den Erfolg nennt das Unternehmen das Hamburger Joint Venture Baumarkt direkt, über das die Hagebau-Märkte seit Mitte 2007 und die Werkmärkte seit Frühjahr 2009 im Multichannel-Vertrieb per Katalog und Internetshop tätig sind.

Auch der Ausbau und die Modernisierung des Standortnetzes im vergangenen Jahr habe sich ausgezahlt. So haben 45 Hagebaumärkte, Werkmärkte und Floraland-Gartencenter in Deutschland und Österreich mit Unterstützung der Zentrale umgebaut beziehungsweise sich erweitert, 64 Hagebaumärkte in Deutschland und Österreich haben die neuen Abteilungen für Farben/Innendekoration und Holz umgesetzt.

Zudem wurden vier neue Standorte in Deutschland eröffnet: zwei neue Hagebau-Märkte in Ostrhauderfehn und Peißenberg sowie zwei neue Werkmärkte in Bischofswiesen und Erding.

Geschäftsführer Baumgardt rechnet für 2011 mit einer Umsatzsteigerung von etwa 2,5 Prozent.