Im Rahmen ihrer Bestrebungen, dem europaweiten E-Government Gestalt zu geben, hat die Europäische Kommission mit der "Initiative e-Zoll" die Anforderung für die elektronische Zollabwicklung festgelegt. Für im- und exportorientierte deutsche Unternehmen wird demnach die Nutzung einer einheitlichen papierlosen Arbeitsumgebung für alle Zollverfahren zum 1. Juli 2009 verpflichtend.

Im Rahmen ihrer Bestrebungen, dem europaweiten E-Government Gestalt zu geben, hat die Europäische Kommission mit der "Initiative e-Zoll" die Anforderung für die elektronische Zollabwicklung festgelegt. Für im- und exportorientierte deutsche Unternehmen wird demnach die Nutzung einer einheitlichen papierlosen Arbeitsumgebung für alle Zollverfahren zum 1. Juli 2009 verpflichtend. Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen alle Unternehmen das IT-Verfahren zur elektronischen Zollabwicklung (ATLAS = Automatisiertes Tarif- und lokales Zoll-Abwicklungs-System) nutzen, wenn sie Waren ein- und ausführen wollen. Die Herausforderungen, die mit der Implementierung der zollrechtlich relevanten Prozesse einhergehen, sind für die Unternehmen vielschichtig: Vor allem die Integration in die eigenen IT-Systeme ist zu erfüllen, aber auch die täglichen Arbeitsanweisungen bei der Ein- und Ausfuhr der Produkte und die Schulung des Personals sind zu berücksichtigen. Insbesondere große Konzerne stehen den anstehenden Anpassungen an das Zoll-Management realistisch und motiviert gegenüber. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Zollstudie, die gemeinsam von der Materna GmbH, der AWB Steuerberatungsgesellschaft mbH, der AWA Aussenwirtschaftsakademie und der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel durchgeführt wurde. An der Online-Befragung haben sich rund 550 im- und exportorientierte deutsche Unternehmen beteiligt.

In ihrer Selbsteinschätzung fühlen sich 67 Prozent der befragten Unternehmen organisatorisch gut aufgestellt. 30 Prozent sehen einen Nachholbedarf und planen entsprechende personelle und organisatorische Maßnahmen. Der größte Teil der gut organisierten Unternehmen hat die personellen Verantwortlichkeiten und die notwendigen Arbeits- und Organisationsanweisungen bereits besetzt und definiert. Die Studie hat aber auch ergeben, dass kleine und mittlere Unternehmen tendenziell ihre Situation zu positiv einschätzen. Sie unterschätzen beispielsweise den künftigen organisatorischen Aufwand für die Nutzung des IT-Verfahrens ATLAS zur elektronischen Zollanmeldung.