Zooplus wächst weiter. Zwar machte der Heimtierbedarf-Versender 2011 Verluste. Aber nur, weil in die Logistik investiert wurde, damit die Versandkapazitäten mit dem Tempo der Expansion in Europa mithalten können. 

Die Zooplus AG wuchs auch im vergangenen Jahr wieder kräftig – machte allerdings unterm Strich "geplante" Verluste: Die Gesamtleistung des Internethändlers für Heimtierprodukte stieg um 33 Prozent auf 257,1 Millionen Euro, meldet das Unternehmen mit Sitz in München.

Davon entfielen 12,3 Millionen Euro auf nicht näher benannte sonstige betriebliche Erträge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag demnach allerdings bei einem Minus von rund 7,6 Millionen Euro, obwohl Zooplus 2010 noch einen Gewinn von 3,3 Millionen Euro auswies.

Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wies das Unternehmen 2011 ein Minus von 6,8 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag es noch bei einem Plus von 3,9 Millionen Euro. Last but not least bewegte sich auch das Konzernergebnis nach Steuern nach einem Plus von 2 Millionen Euro im Jahr 2010 im vergangenen Jahr mit einem Minus von 6 Millionen Euro "im Rahmen der Erwartungen im mittleren negativen einstelligen Millionenbereich", wie es in der Pressemitteilung heißt.

Teurer Logistikausbau

Als Grund für die Verluste gibt Zooplus vor allem die Aufwendungen für das neue Logistikzentrum in Eisenach-Hörselgau an, das die Abwicklungskapazität des Versenders deutlich auf mehr als 400 Millionen Euro Jahresumsatz erhöhe. Doch die Integration des neuen Standorts sei abgeschlossenen, so dass Zooplus bereits im vierten Quartal 2011 wieder ein positives EBIT in Höhe von 0,2 Millionen Euro erreicht habe.

Im Zuge des "starken" Umsatzwachstums auf 244,8 Millionen Euro konnte Zooplus eigenen Angaben zufolge eine neue Rekordmarke bei der Neukundenakquisition erzielen: Mehr als 1,2 Millionen neue Kundenaccounts wurden demnach im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Zooplus europaweit eröffnet.

Darüber hinaus sei die Finanzierungsstruktur der Zooplus AG durch eine erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung im Dezember 2011 "signifikant gestärkt" worden. Dabei erzielte das börsennotierte Unternehmen ein Bruttoemissionsvolumen in Höhe von rund 19,7 Millionen Euro. "Die Eigenkapitalquote erhöhte sich infolgedessen auf 47,3 Prozent zum 31. Dezember 2011", heißt es. Im Jahr zuvor habe sie 36,3 Prozent betragen.

Internationale Expansion weiter vorantreiben

Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung soll die weitere internationale Expansion des Unternehmens vorangetrieben werden. "Der Anteil des E-Commerce wächst im europäischen Heimtiermarkt weiterhin rasant", ist Dr. Cornelius Patt, Vorstandsvorsitzender der Zooplus AG, überzeugt. "Als Onlinemarktführer in allen wichtigen europäischen Märkten werden wir von diesem Trend signifikant profitieren. Europaweites Wachstum und Ausbau unserer Marktführerschaft bleiben deshalb erste Priorität."

Für 2012 geht er von einer Steigerung der Gesamtleistung von 257 Millionen Euro auf mindestens 320 Millionen Euro aus: "Im Folgejahr 2013 soll dann die 400-Millionen-Euro-Marke überschritten werden", so Patt. "In diesem Szenario wollen wir in beiden Jahren zudem ein mindestens ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielen."

Über Zooplus

Zooplus wurde 1999 gegründet und ist heute eigenen Angaben zufolge, gemessen an Umsatzerlösen und Gesamtleistung, Europas führender Internethändler für Heimtierbedarf. Die Gesamtleistung betrug im Geschäftsjahr 2011 rund 257 Millionen Euro und habe damit in den vergangenen fünf Jahren mehr als versiebenfacht werden können. Das Geschäftsmodell wurde bislang bereits in 20 Ländern Europas eingeführt.

Zooplus vertreibt insgesamt rund 8.000 Produkte für alle gängigen Heimtiergattungen. Zum Produktangebot zählen Tierfutter (Trocken- und Nassfutter und Futterbeigaben) sowie Zubehör wie Kratzbäume, Hundekörbe oder Spielzeug in allen Preiskategorien.

19 Milliarden Euro für Haustiere

Der Heimtierbedarfsmarkt stellt innerhalb der europäischen Handelslandschaft ein wichtiges Marktsegment dar. Im Jahr 2011 wurden mit Heimtierfutter und Zubehör innerhalb der Europäischen Union mehr als 19 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Weil die Besitzer in den westlichen Industrieländern Katze & Co. immer mehr vermenschlichen, verändert sich das Kaufverhalten von Heimtierhaltern, beobachtet Zooplus: Immer öfter greifen Herrchen und Frauchen zu Gesundheits-, Wellness- und anderen Premiumprodukten.