Die weltgrößte Konsumgütermesse Ambiente öffnet am Freitag ihre Pforten. Von einer Krise scheinen die meisten Hersteller kaum etwas zu merken.

Krisenzeiten sind eigentlich gute Konsumzeiten - darauf hofft zumindest die Messe Frankfurt: "Denn gerade wenn sich der Verbraucher verstärkt in seine vier Wände zurück zieht, investiert er genau dort", sagte Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH auf der Wirtschaftspressekonferenz zur Ambiente an diesem Dienstag in Frankfurt. "Die Aussteller der Ambiente bedienen diese Bedürfnisse. Da haben wir also einiges zu bieten."

Vom 13. bis 17. Februar präsentieren sich auf der Ambiente in Frankfurt am Main 4.466 Aussteller - 114 weniger als 2008 - aus 84 Ländern auf 186.000 Nettoquadratmetern Neuheiten um die drei Schwerpunktthemen "Dining", "Giving" und "Living".

Somit wird nach Meinung Peters "die weltgrößte Konsumgütermesse auch in der aktuell schwierigen Wirtschaftssituation wieder zur wichtigsten internationalen Drehscheibe für die Branchen rund um Tisch, Küche, Hausrat und Genuss sowie Schenk- und Wohnkultur."

Von der Krise kaum eine Spur

Branchenverbände wie Aussteller betonten nach Angaben des Messegeschäftsführers im Vorfeld der Messe, dass es den auf der Ambiente repräsentierten Unternehmen vergleichsweise besser gehe als den unmittelbar von der weltweiten Finanzkrise betroffenen (Maschinen- und Autobau). "In Zeiten der Unsicherheit gewinnen demnach Werte wie Nachhaltigkeit, Sicherheit und Qualität an Bedeutung", so Peters. "Die daraus entstehenden Bedürfnisse nach einem schönen Zuhause, mehr Miteinander und kleinen Genüssen im Alltag kämen den Anbietern von Konsumgütern entgegen."

Die Stabilität der Mehrbranchenmesse resultiert nach Meinung des Messe-Veranstalters aus der Besonderheit ihres diversifizierten Marktes: "Die bewusste Konzentration der Anbieter auf die Nische, der hohe Anteil an inhabergeführten Unternehmen, die Vielzahl an Marktteilnehmern sowie das Angebot von ‚Wohlfühl-Produkten' sorgen auch in Krisenzeichen für Stabilität und Wachstumschancen", erläuterte Peters.

Kein üppig gedeckter Tisch

Allein die Branchen rund um den gedeckten Tisch ("Dining") schwächelten derzeit, der Verband der Keramischen Industrie (VKI) melde einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent im vergangenen Jahr: "Doch das hat seine Ursachen nicht in der Finanzkrise, sondern daran, dass sich die Marktteilnehmer seit Jahren in einem langwierigen Strukturwandel befinden", ist Peters überzeugt.

Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) habe 2008 hingegen positive Zahlen schreiben können, der Bundesverband Kunsthandwerk spreche ebenfalls von einer "positiven Haltung" und auch der "Fachkreis Hausrat/GPK" habe den Abschwung kaum gemerkt und freue sich über höhere Kassenbons bei den Kunden.
"Auch der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte steht der Finanzkrise gelassen gegenüber", berichtete der Messegeschäftsführer.