Dieses Gutachten hat es in sich. Im Prinzip heißt nämlich das Fazit: Für Schlecker sieht es es düster aus. Hoffnung gibt es dagegen für die Mitarbeiter, die entlassen werden sollen.

Ein von Baden-Württemberg beauftragter Gutachter sieht die Überlebenschancen der insolventen Drogeriekette Schlecker äußerst skeptisch. Es sei "nicht gewährleistet", dass sich innerhalb von sechs Monaten ein Investor finde, erklärt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer Studie, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Auch ein Weiterbetrieb in Eigenregie sei angesichts der vielen unrentablen Läden "sehr herausfordernd".

Für die 11.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter der bereits geschlossenen 2.200 Läden besteht dennoch Hoffnung auf eine Übergangslösung. Die Wirtschaftsprüfer halten das finanzielle Risiko für die Länder bei einer Kreditbürgschaft für die Schlecker-Transfergesellschaft für "noch vertretbar".

Hohe Unsicherheiten

Zwar seien die Risiken nicht unerheblich, da die Zukunft der Drogeriekette unsicher sei, erklärte PWC. Eine Rückzahlung der Kredite über Erträge aus dem laufenden Geschäft sei "mit hohen Unsicherheiten verbunden". Aber es könnten die Gesellschaften in Spanien und Frankreich verkauft werden.

Schon vor Wochen hatten sich Experten sehr skeptisch über eine Zukunft von Schlecker geäußert. "Ich weiß nicht, wer jetzt das strategische Interesse haben soll, hier einzusteigen, außer, dass er an einigen wenigen guten Standorten interessiert sein könnte", sagte etwa Joachim Stumpf, Geschäftsführer der Handelsberatung BBE.

Die Länder sollen für einen Kredit von 70 Millionen Euro für die Transfergesellschaft bürgen. Das Stuttgarter Wirtschafts- und Finanzministerium hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, um die Lage Schleckers zu klären. Baden-Württemberg ist bereit, für die Transfergesellschaft Starthilfe in Form einer Bürgschaft zu geben. Allerdings fordert das Land von den anderen Ländern bis Mittwoch schriftliche Erklärungen, dass sie sich an dem Risiko beteiligen.