Im IAA-Jahr kurbeln die Hersteller den Absatz leichter Nutzfahrzeuge mit zahlreichen neuen Produkten an. Den Mercedes-Benz Vito soll es demnächst auch mit Elektromotor geben.

Das ersehnte Plus ist zurückgekehrt. Erstmals seit September 2008, dem Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise, stiegen im ersten Quartal 2010 auf dem deutschen Markt die Zulassungszahlen für Nutzfahrzeuge bis sechs Tonnen zulässigem Gesamtgewicht wieder.

Insgesamt kamen in den ersten drei Monaten des Jahres 43.580 leichte Nutzfahrzeuge auf die Straßen. Das sind 7 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 37.170 Einheiten auf die Kategorie von zwei bis 3,5 Tonnen - was sogar einem Zuwachs von 9 Prozent entspricht.

Auch das Auslandsgeschäft zieht an: Während die Produktion von Fahrzeugen bis sechs Tonnen um 52 Prozent auf 52.870 Einheiten stieg, legte die Ausfuhr gar um 78 Prozent auf 38.300 zu.

Nachhaltiger Trend

Der Trend dürfte nachhaltig sein, denn viele im Krisenjahr 2009 verlängerte Leasingverträge laufen jetzt aus und in der zweiten Jahreshälfte wird die IAA Nutzfahrzeuge für eine weitere Belebung sorgen. Zum Branchengipfel in Hannover werden unter anderem so wichtige Neuheiten wie die nächste Generation des Mercedes-Benz Vito erwartet.

Derweil trägt der im vergangenen Herbst umfangreich gepflegte Branchenführer Volkswagen Transporter (siehe Der Handel 11/2009) samt seiner Allradfassung 4motion (Der Handel 3/2010) bereits zum Aufschwung bei und für den Crafter bieten die Hannoveraner nun eine Start-/Stopp-Funktion an.

Seit wenigen Tagen ebenfalls schon im Handel ist die Neufassung des Renault Master. Wie sein bau­gleicher Zwillingsbruder Opel Movano steht der französische Frachter in rund 300 Varianten mit drei Radständen, drei Laderaumhöhen, drei Leistungsstufen und vier Fahrzeuglängen zur Wahl.

Renault setzt auf Generationswechsel

Im Gegensatz zum Rüsselsheimer Angebot startet Renault den Kastenwagen mit Frontantrieb, mittlerem Radstand und mittlerer Dachhöhe als Einstiegsversion "Ecoline" bereits bei 22.990 Euro netto. Als Normverbrauch für das Modell mit 74 kW/100 PS gibt der Hersteller 7,8 Liter an.

Mit dem neuen Master hat Renault gleich sein gesamtes Nutzfahrzeugprogramm überarbeitet. So kam auch der etwas kleinere Trafic in den Genuss einer Modellpflege. Das Cockpit wurde neu gestaltet und der 2-Liter-Dieselmotor in den Leistungsstufen 66 kW/90 PS und 84 kW/114 PS optimiert. Der Normverbrauch sinkt damit auf 7,5 Liter und das auf 40.000 Kilometer erhöhte Ölwechsel-Wartungsintervall senkt ebenso die Betriebskosten.

Schließlich schließt der um 39 Zentimeter gestreckte Kangoo Rapid Maxi nun die Lücke zwischen Stadtlieferwagen und Transporter.

Günstiger Ducato

Gleich acht neue Varianten mit kurzem Radstand und Hochdach haben die Kollegen von Peugeot in ihr Boxer-Programm aufgenommen. Diese Kombination war bislang nicht lieferbar. Die Nutzlasten liegen zwischen 1.035 und 1.535 Kilogramm. Je nach Version ist der neue Boxer mit einem 2,2-Liter-Diesel mit 74 kW/101 PS oder 88 kW/120 PS ausgestattet. Für die 335er-Varianten ist zudem ein 3,0-Liter-Selbstzünder bestellbar, der 116 kW/157 PS leistet. Die Preise beginnen bei 23.700 Euro.

Kooperationspartner Fiat lockt Gewerbetreibende mit einem bis zum 30. Juni 2010 befristeten Dumpingpreis in die Showrooms: Der Ducato steht in einer abgespeckten Kastenwagen-Basisvariante (unter anderem ohne Beifahrerairbag) mit 74 kW/100 PS für 13.990 Euro zum Verkauf. Die monatliche Leasingrate beträgt 179 Euro. "Die Aktion läuft super und sorgt für Betrieb bei unseren Händlern", sagt Fiat-Sprecher Thomas Kern.

Mercedes-Benz Vito mit Elektromotor

Derweil hat auch im Transportersegment die elektrische Zukunft begonnen. In Zusammenarbeit mit dem Energieerzeuger EnBW, dem TÜV-Süd und dem Fraunhofer-Institut startet Daimler zur Jahresmitte einen Feldversuch.

In Stuttgart werden 50 Mercedes-Benz Vito mit batterieelektrischem Antrieb auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. In Köln laufen bereits seit Februar zehn Ford Transit BEV (Battery Electric Vehicle) im Liefer- und Verteilerverkehr. Beide Projekte werden von der Bundesregierung im Rahmen des "Nationalen Entwicklungsplans für Elektromobilität" gefördert.

Bernd Nusser

Dieser Artikel ist in der Mai-Ausgabe von Der Handel erschienen.
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