Das Ringen um die angeschlagene Kaufhauskette Woolworth geht weiter: Der Investor Gordon Brothers will sein Angebot nachbessern, und es gibt eine weitere Offerte.

Neue Hoffnung für die angeschlagene Kaufhauskette Woolworth: Nachdem am Donnerstag die drohende Liquidation des Unternehmens in letzter Sekunde zunächst abgewendet worden war, kann der Insolvenzverwalter in Kürze zwei Angebote prüfen.

"Gestern sah es nach einem Abgesang aus, jetzt gibt es wieder Lichtblicke", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am heutigen Freitag.

Eine Sprecherin des Interessenten Gordon Brothers sagte, der Finanzinvestor werde eine neue Offerte einreichen. Das Angebot sehe den Erhalt aller 4.500 Arbeitsplätze und aller Filialen sowie eine komplette Eigenfinanzierung vor. Zum angebotenen Kaufpreis sagte sie nichts. Der Finanzinvestor hatte als einer von drei Bietern bereits Vorverträge unterzeichnet, die dann aber durch das Veto des Hauptvermieters Cerberus Makulatur wurden.

HH-Holding: Favorit für Übernahme

Zudem liegt Hermann ein neues Angebot vor, das nach Angaben von Cerberus von der HH-Holding stammt - einem Konsortium aus Tengelmann, Kik und TEDi. Die Holding ist der Favorit des US-Unternehmens Cerberus, dem mehr als die Hälfte der 162 Woolworth-Standorte gehört.

"Damit hat Hermann jetzt nicht nur ein Angebot, sondern der Wettbewerb zieht an. Das ist eine komfortable Situation", sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. Er erwarte, dass nach sorgfältiger Prüfung in drei bis vier Wochen ein Ergebnis vorliege. Dabei habe der Erhalt von Woolworth und die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze Priorität.

Cerberus-Manager Timothy Price hatte sich am Donnerstag für das HH-Konsortium stark gemacht. Mit seiner langen Erfahrung im Einzelhandel sei es der einzige Bieter, der die Fehler der Vergangenheit vermeiden und das Unternehmen Woolworth erhalten könne.

Der Bieter plane zusätzliche Geschäfte in Deutschland und die Einstellung zusätzlicher Beschäftigter. Die erste Offerte des Bieters hatte Hermann als inakzeptabel abgelehnt.