Die Filiale in Mainz steht ganz oben auf der Liste der renovierungsbedürftigen Karstadt-Filialen. Schon Anfang 2011 dürfte ein Investor dafür den Zuschlag bekommen, zwei potente Bewerber sind noch im Rennen.

Die ECE und die Multi Development Germany buhlen um die Mainzer Karstadt-Filiale. Nach Informationen der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" (AZ) laufen derzeit Verhandlungen zwischen beiden Projektentwicklungsgesellschaften, der Stadt Mainz sowie dem Warenhauskonzern. Sonae Sierra war lange Zeit dritter Bewerber - soll aber nicht mehr im Rennen sein, wie die Zeitung schreibt.

Die Hamburger ECE musste sich in Mainz zwischendurch verlorene Sympathiepunkte zurückerkämpfen. Denn nach alten Vorstellungen von Deutschlands größtem Projektentwickler sollte die Immobilie in der Ludwigstraße in ein Einkaufszentrum ohne Warenhaus umgebaut werden.

Dieser Plan war in der Domstadt nicht gut angekommen - wurde aber längst zugunsten eines Warenhauses im Mittelpunkt des neuen Zentrums revidiert.

Wer zahlt die Miete?

Für Karstadt sei bei der Investoren-Entscheidung entscheidend, wer die Vorstellungen des Warenhauskonzerns nach Verkaufsfläche und Mietpreis erfüllen könne, sagte der Mainzer Filialgeschäftsführer Jörg Walloschek der "AZ".

Derzeit hat das Haus mit dem Charme der sechziger Jahre 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche - mindestens 3.000 Quadratmeter sollen nach dem Wunsch von Karstadt nach dem Umbau hinzukommen.

Das Warenhaus sieht sich künftig als herausragenden Ankermieter in einem neuen Einkaufszentrum. Solange diesem Wunsch nicht entsprochen werden könne, gebe es keinen Vertragsabschlus mit einem Entwickler. "Qualität geht vor Quantität", sagte Walloschek.

Nach den Vorstellungen der Mainzer Baudezernentin Marianne Grosse soll der Karstadt-Neubau plus 15.000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche die Innenstadt der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt aufwerten. Dafür habe das Land 400.000 Euro Fördermittel bewilligt.